12.07.2001

NEUER MARKT

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Drohender Rauswurf für Pennystocks

Nach Pleiten, Finanzskandalen und dem Kursdebakel droht angeschlagenen Firmen der Rauswurf aus dem Neuen Markt der Frankfurter Börse.

Mit einer Verschärfung der Regeln reagiert die Deutsche Börse auf die anhaltende Krise des einstigen Qualitätssegments für junge Wachstumsfirmen.

Pleite-Kandidaten und Unternehmen, deren Aktien kaum noch etwas wert sind, sollen künftig vom Kurszettel des Neuen Marktes verbannt werden können, bestätigte Börsensprecher Walter Allwicher.

Blue C und update.com in Gefahr

Im Falle des Rauswurfs von Pennystocks wären auch die österreichischen Unternehmen Blue C und update.com in Gefahr, die derzeit bei 0,36 respektive 1,06 Euro notieren.

Einige Unternehmen sollen wegen der seit langem desolaten Lage des Börsensegments mit Rückzug gedroht haben, falls Reformen weiter auf sich warten lassen. Der drastische Vertrauensverlust der Anleger, nicht eingehaltene Prognosen und die Probleme der Technologiebranche ließen den Index der 50 führenden Firmen [Nemax50] seit dem Höchststand im März 2000 mit gut 9.000 Punkten auf derzeit noch rund 1.200 Punkte abstürzen.

"Wir arbeiten an einer Erweiterung des Regelwerks. Änderungen wird es bald geben", sagte der Börsensprecher. Die drastischen Sanktionen sollen voraussichtlich noch während der Sommermonate verkündet werden.

Strengere Regelungen verlangt

Die Möglichkeit der Streichung vom Kurszettel [Delisting] gibt es an der US-Technologiebörse Nasdaq seit langem. Nach dem Desaster auf dem Neuen Markt waren seit Monaten strengere Regeln auch in Deutschland verlangt worden.