Neuer Markt kracht ein
Nachdem gestern die schlechten Nachrichten des britischen Telekom-Ausrüsters Marconi die Börsen geschockt hatten, gingen die Abwärtsimpulse heute von Gewinnwarnungen von AMD und EMC aus.
"Das Bild wird immer düsterer", meinte ein Händler. Die Entscheidung von Hitachi, in einem neuen Werk die Produktion von Halbleitern zeitweise einzustellen, "passte da gut ins Bild".
Der Neue-Markt-Index Nemax verlor 83,87 Punkte oder 6,57 Prozent und steht jetzt bei 192,75 Zählern.
Der brutale Preiskampf mit den Chip-Branchenführer Intel ist einer der Hauptfaktoren für die AMD-Probleme. Die AMD-Aktien sind am Freitagmorgen zum Auftakt des Handels um 17 Prozent auf 23,75 Dollar eingebrochen. Der Hersteller von Daten- Speichersystemen EMC teilte unterdessen mit, er erwarte, dass Umsatz und Gewinn im zweiten Quartal hinter den Prognosen der Wall-Street- Ökonomen zurückbleiben werden.
AMD mit Gewinn- und UmsatzwarnungSchlechte Vorlage
Die europäischen Tech-Börsen hatten schon gestern durch die Marconi-Gewinnwarnung deutliche Verluste zu verzeichnen.
Klare Tagesverlierer waren im Sog der Marconi-Gewinnwarnung am Donnerstag Telekom-Ausrüster wie Alcatel [minus 11,35 Prozent], Nokia [minus 5,09] und Siemens [minus 4,78].
Börse straft Telekom-AusrüsterDie Verlierer in Frankfurt
Siemens gaben 5,7 Prozent nach, und Epcos büßten 4,2 Prozent ein. SAP fielen um 6,9 Prozent. Marktteilnehmer berichteten von einer weiter getrübten Stimmung bei SAP.
Viele Teilnehmer hätten anscheinend Angst vor den Quartalszahlen, meinte ein Händler. Auf der Verkäuferseite seien viele kleinere Investoren zu erkennen gewesen. Von einem starken Abgabedruck institutioneller Adressen sei dagegen nichts zu erkennen gewesen, hieß es weiter.
Nicht ganz so deutlich im Minus lagen Infineon, obwohl nach der Gewinnwarnung vorbörslich mit deutlichen Abschlägen gerechnet worden war. Infineon reduzierten sich verglichen zum Segment um moderate 0,6 Prozent.
Die Deutsche Telekom kommt unterdessen aus den Schwierigkeiten nicht heraus. Wie die "FAZ" am Berichtstag meldete, gehen die Staatsanwälte nun dem Verdacht nach, dass das technische Anlagevermögen in der Eröffnungsbilanz überbewertet gewesen sei. "Das sieht nicht gut aus", meinte ein Händler. Im allgemein schlechten Umfeld führte diese Meldung zu Abschlägen von 3,6 Prozent.
