Die digitale DNA-Signatur
Forscher der Technischen Universität München haben ein neues Verfahren zur Erfassung genetischer Fingerabdrücke entwickelt.
Im Gegensatz zu den bestehenden Tests, bei denen eine Identifizierung des genetischen Fingerabdrucks nur bei identischen Laborbedingungen und Methoden gelingt, bietet die digitale DNA-Signatur ein deutlich präziseres und jederzeit wiederholbares Verfahren.
Das Verfahren kann so standardisiert werden und damit in jedem Labor der Welt identische Resultate bringen, berichtet der "New Scientist" in seiner aktuellen Ausgabe.
Damit können die Datensätze natürlich auch einfacher in Datenbanken abgelegt und abgeglichen werden.
Bei der neuen Methode werden so genannte Punkt-Mutationen in der genetischen Karte eines höheren Lebewesens digital erfasst. Die DNA-Signatur bildet rund 40 genetische Orte ab.
Menschen-Theorie
Die digitale DNA-Signatur soll es zunächst ermöglichen, unter weit gehendem Ausschluss von Fehlerquellen die genaue Herkunft von Tieren und Tierprodukten zu ermitteln.
Laut den Entwicklern kann das Verfahren "theoretisch" auch auf den Menschen angewandt werden und "in der Kriminalistik eine Rolle" spielen.
Diese extrem vorsichtige Formulierung ist aber offensichtlich nicht auf die Unwägbarkeiten der Anwendung des Verfahrens beim Menschen zurückzuführen, sondern auf die Sensibilität des Themas.
"Big Brother Awards" für britische DNA-DatenbankDie Herkunft des Steaks
Entwickelt wurde das Verfahren mit Tests an Rindern von einem Team am Lehrstuhl für Tierzucht und Molekulare Genetik in Weihenstephan.
Ziel sei es, eine Datenbank zu erstellen, die auch dem Verbraucher den genauen Nachweis der Herkunft etwa des Rindfleisches ermöglichen kann, sagte der an den Forschungen beteiligte Biologe Gregor Durstewitz.
Damit wäre bei einer umfassenden Informationsspreicherung theoretisch auch ein Verfahren zur Absicherung von Verbrauchern gegen die Rinderseuche BSE möglich.
Lehrstuhl für Tierzucht und Molekulare Genetik in WeihenstephanMomentaufnahme
Die Wahrscheinlichkeit, dass es zwei Individuen mit einer gleichen Signatur gibt, sei mit der vorgestellten Methode extrem gering, sagte Durstewitz weiter:
"Es ist nun eine digital darstellbare Momentaufnahme eines Individuums möglich."
