Werbe-E-Mail-Versendern dämmert es
Auch dem Deutschen Direktmarketing-Verband [DDV] dämmert, dass "Werbung per E-Mail die potenziellen Kunden viel schneller und nachhaltiger verärgert als Werbebriefe per Post".
"Die Internet-Nutzer fühlen sich bedrängt und zugeschüttet", sagte Heinz Fischer, Ehrenpräsident des DDV, zu Beginn der 2. Deutschen Mailingtage in Nürnberg.
Deshalb fordere das Versenden von elektronischen Mailings insbesondere bei Neukunden "sehr viel Fingerspitzengefühl" von den Werbetreibenden.
Nach einer Untersuchung in 160.000 Haushalten mit Internet-Zugang reagierten rund drei Viertel der Angeschriebenen ablehnend oder erklärten ausdrücklich, sie wollten die E-Mail nicht. Bei klassischen Mailings auf dem Postwege fühlten sich dagegen nur vier bis fünf Prozent von dem Papier im Postkasten gestört.
Deutscher Direktmarketing-VerbandPflegemittel
Zur Kundenpflege ist "die E-Mail" laut Fischer dagegen viel effektiver als das klassische Mailing per Post:
"Entscheidend ist, ob ein Kunde interessiert ist: Der Erfolg einer E-Mail basiert in allererster Linie darauf, ob derjenige, der sie bekommt, sie auch will", erläuterte Fischer.
Ob Fischer allerdings mit dem Medium wirklich vertraut ist, bleibt zweifelhaft: Gerade die E-Mail "erfordere wesentlich mehr Zeit", bis der Nutzer überhaupt wisse, worum es geht. "Er muss anklicken, lesen - und merkt vielleicht erst auf der dritten Seite, dass er das gar nicht möchte."
Die australische Online-Marketingfirma Reva Networks hat unlängst eine Software vorgestellt, die Werbung direkt in E-Mails integriert. Derzeit führt das Unternehmen nach eigenen Angaben Gespräche mit Anbietern von Gratis-E-Mail-Diensten und Providern, die angeblich ein "sehr großes Interesse" an der Technik haben. Das "Admail"-Programm integriert die Werbung im Mailserver gezielt nach Kundenprofil direkt in den Mail-Body, sodass der Empfänger vor dem Öffnen den Extra-Werbeinhalt zunächst nicht bemerkt: Denn am Absender und Betreff ändert sich nichts.
Werbung auch in privaten E-MailsOpt-out
Inzwischen baut der DDV nach eigenen Angaben eine Online-Datei auf, in der sich Nutzer registrieren lassen und vor der Weitergabe ihrer Internet-Adresse zu Werbezwecken schützen könnten.
