Nächste heimische Telekom pleite
Die Konzentration auf dem Telekom-Markt hat ein neues Opfer gefordert: Über den auf Geschäftskunden spezialisierten Wiener Telekom-Betreiber Netnet ist gestern der Ausgleich eröffnet worden, teilte der KSV heute mit.
Das Unternehmen beschäftigt 31 Mitarbeiter. Die Netnet gehört zum World-Access-Konzern, der sich selbst in der Krise befindet. Die Vermögenssituation von Netnet muss vom Ausgleichsverwalter Georg Freimüller noch geklärt werden.
Laut vorliegendem Vermögensstatus werden die Aktiva laut KSV mit 26,5 Millionen ATS angegeben. Die Passiva betragen zu Buchwerten 120,7 Millionen ATS. Darin enthalten sind allerdings Verbindlichkeiten gegenüber Konzernunternehmen in Höhe von 108,6 Millionen ATS. Diese Verbindlichkeiten haben nach Einschätzung des Unternehmens Eigenkapital ersetzenden Charakter und hätten demnach keinen Teilnahmeanspruch am Ausgleich. Sollte diese Annahme richtig sein, betragen die tatsächlich im Ausgleich zu berücksichtigenden Passiva nur mehr 30,5 Millionen ATS und die Überschuldung daher "nur" vier Millionen ATS. Under Construction:
NetnetKlare Sache: Verluste
Die Insolvenz ist laut Netnet schlicht darauf zurückzuführen, dass beträchtliche Verluste verzeichnet wurden. 1999 betrug der Verlust 62 Millionen ATS, im Jahr 2000 war das Ergebnis ähnlich. Eine weitere Finanzierung aus dem Konzern sei nicht zu erwarten.
Die Konzernobergesellschaft World Access hat am 24. April Gläubigerschutz nach Kapitel elf beantragt. Auch über eine weitere Konzernfirma, die FaciliCom International GmbH, wurde am 28. Juni beim Handelsgericht Wien das Ausgleichsverfahren eingeleitet.
