02.07.2001

ÄRGER.CC

Bildquelle: lion

Betrugsverdacht gegen lion.cc

Der Mitte März 2001 erfolgte Ausstieg der Telekom Austria [TA] aus der Libro-Tochter lion.cc hat möglicherweise rechtliche Folgen:

Die TA übernahm im Zuge der Abgabe ihres 6,25-prozentigen Anteils an lion.cc die 70.000 lion.cc-Internet-Kunden und zahlte - informierten Kreisen zufolge - rund 7,99 Millionen Euro.

Dieses Geld soll nicht für lion.cc verwendet, sondern "postwendend an die Libro-Zentrale weitergeflossen" sein, will die APA aus beteiligten Kreisen erfahren haben. Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung [WAZ], die rund 35 Prozent an lion.cc hält, hat daraufhin ihre Rechtsanwälte eingeschaltet.

UTA dementiert Übernahmeabsicht

Der in Besitz der Swisscom stehende Wiener Telekom- und Internetbetreiber UTA Telekom AG hat unterdessen die in Medienberichten kolportierten Absichten dementiert, bei Lion.cc einsteigen zu wollen:

"Wir haben keine Übernahmeverhandlungen geführt und werden keine führen", betonte UTA-Pressesprecher Martin Halama. Allerdings gebe es sehr wohl Kooperationsgespräche mit Lion.cc.

Die UTA prüfe derzeit eine Zusammenarbeit mit Lion.cc im "Portal-Bereich", so Halama, der auf eine Einigung "noch im Sommer" hofft.

Gläubiger-Termin

Morgen um 15.00 Uhr findet die erste Gläubiger-Beiratssitzung über Libro statt, teilte der vom Landesgericht Wiener Neustadt zum Libro-Ausgleichsverwalter bestellte Mödlinger Anwalt Günther Viehböck heute mit.

Schmerzhaft

"Schmerzhafte Sanierungsschritte" seien "sicher erforderlich", würden aber - vor allem bei der Reduzierung der Arbeitsplätze - "entsprechend behutsam" gesetzt, heißt es in dem Schreiben weiter.

Über die Annahme des Vergleichs über einen Schuldennachlass wird in der gerichtlichen Ausgleichstagsatzung am 21. September im Landesgericht Wiener Neustadt entschieden.