Dem europäischen Internet auf der Spur
Navigieren die Europäer im Süden anders als im Norden? Oder verströmt eine österreichische Website ein anderes Flair als eine griechische? Das Projekt MuDiCu, dass im Rahmen des eContent Programms von der europäischen Union gefördert wurde, will das bis Februar nächsten Jahres herausfinden, erzählt Helene Abrand, Internet Consultant bei Real Media in Paris und Koordinatorin des Projektes MuDiCu.
Innerhalb der EU wird MuDiCu - ein Akronym für "Multilingual Digital Content" - als eine Schlüsselstudie dafür angesehen, was eine europäische Website europäisch macht. Hört man das erste Mal von diesem Projekt, ist man einfach nur erstaunt. Schließlich gilt weithin als ein wesentlicher Vorteil des Netzes, dass Inhalte grenzüberschreitend angeboten werden und dass erfolgreiche Grafiker eigentlich meist international arbeiten.
Helene Abrand, Koordinatorin des Projekts MuDiCu
"Konkret sollte es danach einen Leitfaden geben, in dem steht,
wie man eine Website den lokalen Gegebenheiten anpassen sollte.
Welche Farben, welche Icons, welche Navigationselemente müssen für
eine Website verändert werden, damit sie in einem anderen Land
angenommen wird."
MuDiCuGeschmäcker sind verschieden
Die ersten Zwischenergebnisse besagen eigentlich wenig erstaunliches: Im Süden Europas, wo die Netzanbindung in manchen Gebieten noch zu wünschen übrig läßt, bevorzugt man einfaches Webdesign. Auch gibt es von der Gestaltung und der Navigation her eher die Tendenz zu älteren Lösungen. Frames und Links also für den Süden.
In Ländern wie Deutschland oder England darf es frameless sein und auch Pop-up-Menüs sind kein Problem. Durchgehend abgelehnt und als unwichtig erachtet werden animierte Gifs, Video und Audiofiles. Letztere vor allem dann, wenn sie nur als Hintergrunduntermalung gedacht sind.
Ein Ergebnis, das die daran beteiligten Firmen wie Real Media France oder Mainframe in London, die im Bereich Web-TV aktiv sind, nicht besonders freuen dürfte.
Europa ist anders, Europa setzt sich aus Regionen zusammen und das muss man auch im Netz spüren. So lautet die Devise, die in Fördertöpfen endet. Letzten Dezember wurde das Programm eContent von der EU ausgerufen und in 5 Jahren wollen die Bürokraten es dann ganz genau wissen: what Europe looks like, sounds like, and feels like online.
Mit der Neudefinition der Beziehung von Architektur und ihres Kontextes aus dem Blickwinkel der "visual culture", einem hierzulande noch recht unbekannten Ableger der Kulturwissenschaften, beschäftigt sich Peter Mörtenböck in seinem Buch "Die virtuelle Dimension - Architektur, Subjektivität und Cyberspace". matrix hat mit dem Autor, aber auch mit dem Industriedesigner Mario Doulis über das Buch gesprochen und sie nach neuen Trends in Produktdesign und Architektur befragt.
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