Intel redet von Rezession
Der Intel-Vorstandschef Craig Barrett vertritt die Ansicht, dass sich die Industrie in den USA längst in einer Rezession befindet.
"Das mag sich vielleicht im Wirtschaftswachstum noch nicht widerspiegeln. Wer sich aber das Ausmaß des Einbruchs in der Kommunikations- und Computerbranche ansieht, dem wird klar, dass wir schon mittendrinstecken", so der Vorstandsvorsitzende im Interview mit "Format".
Wenn die US-Wirtschaft kränkelt...
Die Krise habe zudem längst auch auf Europa übergegriffen. "Das
Wirtschaftswachstum in Europa ist deutlich niedriger, als noch vor
kurzem prognostiziert. Wenn die US-Wirtschaft kränkelt, leiden
zwangsläufig auch ihre Handelspartner darunter."
Europa kann der IT-Krise entkommenHoffen auf Windows XP
Intel habe den Einbruch vergleichsweise besser verkraftet, als viele Mitbewerber, da sich der PC-Markt bereits stabilisiert habe.
"Im Telekombereich", so Barrett, "geht es hingegen weiterhin steil bergab." Rund 80 Prozent der Chip-Produktion von Intel gehen in die Computer-Branche, 20 Prozent in den Telekommunikationsbereich.
Auf die Frage ob er noch in diesem Jahr mit einer Erholung der Wirtschaft in den USA rechne, erklärt Barrett: "Ich hoffe, dass wir im PC-Business mit Jahresende wieder zum gewohnten Einkaufsverhalten zurückfinden. Microsoft kommt im Herbst mit dem neuen Betriebssystem XP auf den Markt. Das sollte ebenfalls helfen."
Schwerpunkt im Business-to-Business
Das Internet werde auch künftig als Wachstumsmotor fungieren. "Der wahre Schwerpunkt der Internet-Ökonomie", so Barrett, "liegt aber im Busines-to-Business".
