Australien verbietet Online-Glücksspiel
Australien hat am Freitag Glücksspiele auf einheimischen und ausländischen Websites verboten.
Nach politischem Gerangel schwächte die Regierung ihre weit reichenden Ziele ab und ließ Sportwetten und Lotterien von dem Verbot unberührt.
Kommunikationsminister Richard Alston sagte, Australier, die Online- und interaktive Glücksspiele anböten, machten sich strafbar.
Verlegung ins Ausland keine Lösung
Glücksspielunternehmen hatten vorher gedroht, ihre Arbeit ins Ausland zu verlegen, sollte das Gesetz verabschiedet werden. Auch die mächtige Renn-Vereinigung und Oppositionspolitiker hatten Widerstand im Senat angekündigt, in dem die konservative Regierung keine Mehrheit hat.
Lobby der Renn- und Wettindustrie
Nach Angaben von Alston wurden Zusätze in das Gesetz aufgenommen, die unter anderem die Befürchtungen der Renn-Industrie berücksichtigen. So sollten Wetten vor einem Sport-Ereignis von dem Verbot ebenso ausgenommen werden wie Lotterien und ähnliche Aktivitäten.
Das Gesetz wurde nach einer elfstündigen Marathonsitzung des Senats verabschiedet, nachdem sich die Regierungskoalition mit der Grünen-Partei darauf geeinigt hatte, auch ausländische Wett-Seiten zu verbieten. Dies soll dadurch ermöglicht werden, dass die Wettgewinne nicht nach Australien ausgezahlt werden dürfen.
Ausländer können auf australischen Sites spielen
Die oppositionelle Labour-Partei stimmte gegen das Gesetz, weil es die absurde Situation schaffe, dass Ausländer auf australischen Wett-Seiten spielen könnten. Australier müssten hingegen versuchen, auf unregulierten ausländischen Seiten ihren Schnitt zu machen.
80 Prozent der Australier spielen mindesten einmal jährlich
Die australische Casino-Vereinigung nannte das Verbot eine Diskriminierung von Online-Spielen, während Lottospiele und Sportwetten davon unberührt blieben.
Offiziellen Schätzungen zufolge spielen rund 80 Prozent aller Australier mindestens einmal im Jahr um Geld, 40 Prozent beteiligen sich regelmäßig an Glücksspielen. Jeder fünfte Spielautomat der Welt steht in Australien, rund 290.000 Australier gelten als spielsüchtig.
