Entlassungswelle in der IT-Branche
Nokia Networks, die Netzwerk-Sparte des global tätigen finnischen Telekomausrüsters Nokia, will weltweit 900 bis 1.000 Arbeitsplätze abbauen.
Ziel sei es, die Effizienz des Unternehmens zu verbessern, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und das Unternehmen dem gegenwärtigen Geschäftsumfeld anzupassen, teilte Nokia am Donnerstag mit. Nokia Networks beschäftigt weltweit rund 23.000 Mitarbeiter.
Nun sollen Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern aufgenommen werden. Das Unternehmen plant, den Arbeitsplatzabbau bis Ende des Jahres größtenteils abgeschlossen zu haben.
Gewinnwarnung für das zweite Quartal
Nokia-Vizepräsident Olli Oittinen hatte bereits im März
Kündigungen im Sektor Netzwerktechnik angekündigt. Vor zwei Wochen
erst hatte der weltgrößte Mobiltelefonhersteller außerdem die Märkte
mit einer Gewinnwarnung für das zweite Quartal überrascht.
Schwarzer Tag für Europas HandyfirmenNasdaq streicht Zehntel der Stellen
Die Nasdaq, der zweitgrößte Wertpapiermarkt der Welt, will 140 Stellen oder rund zehn Prozent der Gesamtbelegschaft entlassen.
Die Nasdaq begründete die Entlassungen mit der Krise in der Hochtechnologie und der geringeren Zahl von Börsengängen. "Die Nasdaq ist nicht gegen Veränderungen der Marktkonditionen immun", erklärte Börsenchef Wick Simmons.
Die Nasdaq baut damit zum ersten Mal seit dem Börsencrash von 1987 Stellen ab.
"Richtige Größe für die Marktlage"
Die Nasdaq verwies vor allem auf das schwache
Neuemissionsgeschäft, bei dem es einen scharfen Rückgang von
Erstemissionen gegeben habe. Nach Simmons' Angaben hat die Nasdaq
jetzt die richtige Größe für die gegenwärtige und absehbare
Marktlage. Die Nasdaq plant ein neues Abwicklungssystem, ein neues
elektronisches Auktionssystem und eine neue Handelsplattform.
NasdaqLucent streicht weitere Stellen
Der angeschlagene US-Telekom-Ausrüster Lucent will nach Angaben aus Kreisen weitere Stellen streichen.
Nach dem Abschluss des Programms über frühzeitige Pensionierungen werde es sicherlich zu einem weiteren Stellenabbau kommen, hieß es am Mittwoch aus unternehmensnahen Kreisen.
Dabei könne es sich um einige tausend Arbeitsplätze handeln, hieß es an anderer Stelle.
Vor allem Beschäftigte außerhalb der USA betroffen
Mehr als 10.000 Lucent-Angestellte haben noch bis zum 10. Juli
Zeit, um über das Frühpensionierungs-Angebot zu entscheiden. Die
Anzahl der zusätzlichen Stellenstreichungen richte sich nach der
Anzahl derer, die dieses Angebot akzeptieren würden, hieß es in den
Kreisen weiter. Von dem zusätzlichen Stellenabbau seien
höchstwahrscheinlich hauptsächlich die Beschäftigten außerhalb der
USA betroffen.
Lucent legt 15.000 Managern Ruhestand nahe10.000 Alcatel-Jobs wackeln
Der französische Telekom-Ausrüster Alcatel steht vor einem kompletten Konzernumbau und will bis Ende kommenden Jahres den größten Teil seiner Produktionsstätten abstoßen.
10.000 bis 12.000 Beschäftigte seien davon betroffen, erklärte ein Konzernsprecher Mittwochabend. Das sei ein Zehntel der Beschäftigten, die nach der Trennung und dem Börsengang von Unternehmensteilen bei derzeit 110.000 lägen, nach rund 131.000 Ende 2000.
"Kein soziales Drama"
"Es wird aber kein soziales Drama geben", betonte der Konzernchef
auf einer kurzfristig in Paris angesetzten Pressekonferenz. Ein
großer Teil der Fabriken solle an Hersteller gehen, die weiterhin
für Alcatel produzieren. Alcatel werde sich auf das Kerngeschäft mit
Datennetzen und Telekom-Dienstleistungen konzentrieren.
Alcatel "ein Unternehmen ohne Fabriken"Auch VA Linux kürzt Belegschaft
Von der Tech-Krise erfasst worden ist auch der Linux-Spezialist
VA Linux. Das Unternehmen kündigte an, sich aus dem
Computer-Hardware-Geschäft völlig zurückzuziehen und ein Drittel
seiner Belegschaft abbauen zu wollen. Beim Börsendebüt im Dezember
1999 konnte VA Linux unglaubliche Gewinne verbuchen, nämlich 733
Prozent.
VA Linux
