Taxonomie der Netz-Beschmutzer
Wer oft in Newsgroups oder Foren verweilt, kennt sie, die "Flames". So bezeichnet man unfreundliche schriftliche Angriffe, um Partei für oder gegen eine Person oder Sache zu ergreifen.
Meist bleibt es dabei nicht bei ein, zwei zornigen Wortgefechten, sondern es entwickelt sich ein Kleinkrieg, bei dem eine persönliche Attacke die nächste jagt und der Sachgehalt von Diskussionen im Pfuhl der Emotionen versumpft.
Der Illustrator Mike Reed hat unter dem Titel "Flame Warriors" verschiedene Verhaltenstypen von Flame-Teilnehmern zusammengefasst und mit Beschreibungen und Zeichnungen versehen.
Songtexte, MP3s und Teenage-Angst
So zum Beispiel den Chrakter-Typen "Acne", der - mit unreiner
Haut und jugendlicher Schwermut ausgestattet - den anderen Usern die
Sinnlosigkeit des Lebens näher bringen will. Argumente für diese
Erkenntnis findet er in den Songtexten seiner 20-GB-MP3-Kollektion.
Meist von weißer Hautfarbe und mit zu viel Taschengeld in der Hose.
Flame WarriorsGrammatik-Fanatiker
Neben dem pubertierenden Teenager finden sich auch der Grammatik-Fanatiker, der "Netiquette Nazi" und Leute mit schlechten Englischkenntnissen, genannt "Garble".
Wer will, kann sich seinen Lieblings-"Flame Warrior" auch als signierten 21,5x27-cm-Druck bestellen. Kostenpunkt: fünf Dollar [5,8 Euro].
Dafür geht man allerdings sicher, dass Reeds "Flirt mit dem Kapitalismus" erfolgreich wird und man einen "Künstler vor dem Kommunismus gerettet hat". Das sagt er natürlich ganz ohne Hintergedanken und weitere Erläuterungen. Wer also noch nie einen "Flame" zu Gesicht bekommt hat, hat gerade gelernt, wie man einen startet.
