26.06.2001

DONNERSTAG

Bildquelle: TA

Rituelle Vorstandsabstrafung

Der Telekom Austria steht diese Woche ein inzwischen fast schon etabliertes Ritual bevor: Erboste Kleinaktionäre dürften vordergründig die erste Hauptversammlung der TA mit einer rituellen und relativ folgenlosen Abstrafung dominieren.

Bis zu 2.000 ihrer insgesamt rund 90.000 Aktionäre erwartet die seit November 2000 börsennotierte TA am Donnerstag zu ihrer ersten Hauptversammlung ab 10.00 Uhr im Wiener Messegelände.

Vor allem Kleinaktionäre dürften dort herbe Kritik am niedrigen Aktienkurs und der öffentlichen Debatte über einen möglichen Vorstandswechsel üben.

Die TA-Aktie notiert seit Juni zwar erstmals seit Jänner 2001 wieder über sieben Euro, liegt aber noch immer noch deutlich unter ihrem Emissionskurs von neun Euro.

"Verpatzter Börsenstart"

Die TA war in den vergangenen Wochen und Monaten wegen eines von den Eigentümern angekündigten Vorstandswechsels permanent in den Schlagzeilen.

Wegen des "verpatzten Börsenstarts" und einer Gewinnwarnung, die nur zwei Monate nach dem IPO ausgesendet worden war und sich im Nachhinein als nicht notwenig herausgestellt hatte, waren vor allem TA-Vorstandsvorsitzender Heinz Sundt und Finanzvorstand Stefano Colombo stark unter Druck geraten.

Die Hauptversammlung kann aber keine Ablöse Sundts beschließen, dafür brauchte es einen Aufsichtsratsbeschluss. Eine für 6. Juli angesetzte Aufsichtsratssitzung ist indes am vergangenen Freitag abgesagt worden, "weil der italienische Partner keine Zeit hat".

Dem Vernehmen nach wartet man derzeit aber auf die Zahlen zum 2. Quartal 2001. Sollten diese "ebenso gut wie die des 1. Quartals" sein, hat Sundt große Chancen, bis Jahresende in der TA zu bleiben.