24.06.2001

MATRIX FORUM

Bildquelle: PhotoDisc

Vom Internet-Hype zum Anti-Hype

Früher predigte der New Yorker Internet-Theoretiker Douglas Rushkoff von der befreienden Kraft des Internets für das Individuum. Heute brütet der 39-Jährige über die schnelle Wandlung, die das Internet durchgemacht hat.

Er musste eingestehen, dass das Netz der Netze genauso wie jedes andere Medium davor von der Industrie und den großen Konzernen zu ihren Zwecken missbraucht wird. Und zwar vor allen Dingen durch Werbung.

Die blinde Begeisterung ist vorbei ...

Zu den Kritikern, die den beinahe religiösen Technologie-Enthusiasmus der amerikanischen Internet-Apologeten durchbrechen, gehört auch der Juraprofessor Cass Sunstein, der an der Universität Chicago lehrt.

In seinem Buch "Republic.com" warnt er davor, dass das Internet die Gesellschaft spalten könnte. Sunstein glaubt, dass das Internet dazu beiträgt, die Gesellschaft zu polarisieren.

Die unerschöpflichen Möglichkeiten, sich nur noch mit Gleichgesinnten zu umgeben, verstellen den Blick für andere Meinungen und führen im Extremfall zu Radikalisierung und Intoleranz. Sunstein ortet eine Entwicklung, die bedrohlich für die Demokratie werden kann.