Infineon schockt Techbörse
Infineon hat mit der Ankündigung von drastischen Verlusten am Mittwoch die Börsen geschockt.
Der Infineon-Aktienkurs brach um zwischenzeitlich 14 Prozent auf 30,40 Euro ein. Er lag damit erstmals deutlich unter dem Ausgabepreis von 35 Euro beim Börsengang im Frühjahr 2000.
Der Kurs der Konzernmutter Siemens sank um gut fünf Prozent auf zeitweise 71,30 Euro. Siemens hatte bereits im März gewarnt, die Gewinnziele in diesem Jahr nur ohne Einrechnung von Infineon erreichen zu können.
Der technologielastige Index Nemax 50 verlor im Sog von Infineon 65,75 Zähler oder 4,47 Prozent und steht jetzt bei 1405,59 Punkten.
Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs 2000/2001 ist für Infineon wegen der Flaute in der Halbleiterbranche ein Verlust vor Steuern und Zinsen von bis zu 600 Millionen Euro zu erwarten. Auch im Gesamtjahr seien Verluste wahrscheinlich, sagte Infineon-Chef Ulrich Schumacher in München. Beim Umsatz erwartet der Konzern einen starken Einbruch.
Infineon sieht schwarzMiese Lage
Trotz der schwierigen Lage will Infineon die angekündigte Kapitalerhöhung bereits in den nächsten Wochen platzieren.
Infineon-Chef Schumacher malte anläßlich der Gewinnwarnung ein düsteres Bild der Branchenlage. "In den USA versuchen Unternehmen sogar, Waren an unsere Distribution zurückzuschicken."
Betroffen von der Flaute seien die meisten Geschäftssegmente wie Mobilfunk, Speicherbausteine sowie Sicherheits- und Chipkarten.
Im Mobilfunkmarkt seien selbst die bereits stark nach unten korrigierten Prognosen eines Weltabsatzes von 400 bis 450 Millionen Stück sehr optimistisch. Noch im vergangenen Jahr hatte die Branche für 2001 einen von bis zu 550 Millionen Stück erwartet.
