19.06.2001

"ONLINE-DEMO"

Bildquelle: ORF

Web-Angriff auf die Lufthansa

Von mittlerweile 23 [inhaltsgleichen] Mirror-Sites wird für heute dazu aufgerufen, die Website der Lufthansa anzugreifen.

Die deutschen Initiatoren der "Online-Demo" werfen dem Unternehmen vor, von der Abschiebung abgelehnter Asylbewerber finanziell zu profitieren.

Distributed Denial of Service

Als Variante der so genannten DDoS-Attacken ist die Methode, eine Website zu blockieren, bei genuinen Internet-Aktivisten absolut verpönt.

Bandbreite zu verschwenden, um - egal wen - daran zu hindern, sich im Netz frei zu äußern, wird ebenso wenig akzeptiert, wie das Versenden von unverlangten Massenmails und sei es zu einem durchaus legitimen Protest.

Bei den Abschiebungen, für die die Lufthansa der deutschen Bundesregierung Linienflüge zur Verfügung stellt, war es bereits zwei Mal zu Todesfällen gekommen.

Die Gegenwehr wird...

Die Lufthansa kündigte an, den Angriff nicht tatenlos hinzunehmen. Man werde mit zusätzlichen Maßnahmen den Angriff abwehren und die Verfügbarkeit der Homepage sichern, teilte das Unternehmen mit.

Ein Web-Angriff dieser Art ist äußerst schwer abzuwehren, da er vom gewöhnlichen WWW-Verkehr nur durch hohe Frequenz der Seiten-Abrufe zu unterscheiden ist.

Eine der Angriffs-Sites bereits vom Netz

Die Lufthansa prüfe noch, ob sie gegen die geplante Online-Demonstration rechtlich vorgehen werde, hieß es.

Eine der Haupt-Sites der Demonstraten war allerdings Dienstag Abends bereits vom Netz, die meisten Mirrors mit der Angriffssoftware [Javascript] stehen bei Gratis-Providern wie Geocities den USA.

Die Software selbst ist nach Angaben ihrer Distributeure in ihrer Funktion auf heute von 10.00 bis 12.00 beschränkt.