Web-Angriff auf die Lufthansa
Von mittlerweile 23 [inhaltsgleichen] Mirror-Sites wird für heute dazu aufgerufen, die Website der Lufthansa anzugreifen.
Die deutschen Initiatoren der "Online-Demo" werfen dem Unternehmen vor, von der Abschiebung abgelehnter Asylbewerber finanziell zu profitieren.
'Zeitpunkt Hauptversammlung
Für die Zeit der Blockade von 10.00 bis 12.00 Uhr ist im Rahmen
der Aktionärs-Hauptversamllung die Übertragung einer Rede des
Vorstandsvorsitzenden Jürgen Weber geplant.
Der geplante Live-StreamDistributed Denial of Service
Als Variante der so genannten DDoS-Attacken ist die Methode, eine Website zu blockieren, bei genuinen Internet-Aktivisten absolut verpönt.
Bandbreite zu verschwenden, um - egal wen - daran zu hindern, sich im Netz frei zu äußern, wird ebenso wenig akzeptiert, wie das Versenden von unverlangten Massenmails und sei es zu einem durchaus legitimen Protest.
Bei den Abschiebungen, für die die Lufthansa der deutschen Bundesregierung Linienflüge zur Verfügung stellt, war es bereits zwei Mal zu Todesfällen gekommen.
Traditionelles linkes Spektrum
Von den bekannten Gruppen, die häufig gegen Zensur, Überwachung
und andere Unterdrückungsmethoden protestieren, ist keine einzige
vertreten. Die "Online-Demonstranten" rekrutieren sich aus
dem tradionellen "linken" Spektrum.Die Gegenwehr wird...
Die Lufthansa kündigte an, den Angriff nicht tatenlos hinzunehmen. Man werde mit zusätzlichen Maßnahmen den Angriff abwehren und die Verfügbarkeit der Homepage sichern, teilte das Unternehmen mit.
Ein Web-Angriff dieser Art ist äußerst schwer abzuwehren, da er vom gewöhnlichen WWW-Verkehr nur durch hohe Frequenz der Seiten-Abrufe zu unterscheiden ist.
... eine IT-Materialschlacht
Die einzig wirksame Methode zur Abwehr ist eine Art von
IT-Materialschlacht. Für den Verteidiger gilt es, die Bandbreite
Anbindung [mit Lastverteilung auf mehrere Webserver] so auszubauen,
dass "echte" Abrufe auch weiterhin beantwortet werden können.
Die DDoS-Attacken im Februar 2000Eine der Angriffs-Sites bereits vom Netz
Die Lufthansa prüfe noch, ob sie gegen die geplante Online-Demonstration rechtlich vorgehen werde, hieß es.
Eine der Haupt-Sites der Demonstraten war allerdings Dienstag Abends bereits vom Netz, die meisten Mirrors mit der Angriffssoftware [Javascript] stehen bei Gratis-Providern wie Geocities den USA.
Die Software selbst ist nach Angaben ihrer Distributeure in ihrer Funktion auf heute von 10.00 bis 12.00 beschränkt.
"Möglicherweise Computer-Sabotage"
Nach Auffassung des deutschen Justizministeriums handelt es sich
bei der geplanten Aktion nicht um eine Demonstration. Dazu gehörten
Menschen, die sich irgendwo versammeln, weshalb sich Initiatoren
auch nicht auf das Demonstrationsrecht berufen könnten. Sollte der
Server tatsächlich zum Stillstand gebracht werden, handele es sich
möglicherweise um Computer-Sabotage.
Einer der Mirrors bei Geocities
