17.06.2001

M@TRIX FORUM

Bildquelle: PhotoDisc

"The medium is not the message"

Seit Marshall McLuhan in den 60er Jahren den Leitspruch "The medium is the message" in die Welt setzte, kommt sie von diesem nicht mehr von los.

Was wurde nicht schon alles in den Mc Luhan'schen Satz hineininterpretiert, allerdings ist "The medium is the message' auch ein Orakelspruch, der zu vielseitigen Deutungen Anlass gibt.

Auch der russische Kunsttheoretiker Boris Groys, seit 1994 Professor für Philosophie und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe und seit Ende letzten Jahres Rektor der Akademie der Bildenden Künste in Wien, hat sich in die Reihe der McLuhan-Exegeten eingefunden.

Der submediale Raum

Wenn wir uns fragen, was passiert eigentlich hinter dem Fernsehbild, dann ist es nicht nur das Fernsehgerät, sondern ein ganzes kulturelles, soziales und technisches System, so Boris Groys.

Diesen für uns "verborgenen Medienträger" nennt Boris Groys den submedialen Raum. Seine zentrale Frage lautet: Wie gehen wir damit um?

Wir haben es im Grunde nur mit einem Verdacht zu tun, so seine vorläufige Antwort. Einem Verdacht, der nicht zufällig ist und eine lange Vorgeschichte der Verdächtigungen verschiedener Art hat. Und so ist seine Untersuchung nicht die Untersuchung dessen, was tatsächlich hinter der medialen Oberfläche geschieht, sondern vielmehr die Untersuchung unserer Reaktion auf die Vermutung.