Bertelsmann-Chef gesteht Fehleinschätzung
Der Vorstandsvorsitzende der Gütersloher Bertelsmann AG, Thomas Middelhoff, hat nach eigenen Worten die Perspektiven im elektronischen Handel überschätzt.
Die Wachstumszahlen entsprächen nicht den Erwartungen, machten aber dennoch Hoffnung für die Zukunft, sagte Middelhoff der in Bielefeld erscheinenden Tageszeitung "Neue Westfälische".
Auf Grund von Anteilsverkäufen an AOL, AOL Europa und Media Ways sehe die Bertelsmann-Bilanz im Bereich New Economy mit Einnahmen von 9,2 Milliarden Euro allerdings schon jetzt gut aus, betonte Middelhoff.
Middelhoff über "shared values", römische Feldherren und seine Schokoladen-Zeit als katholischer Messdiener:
Wenn Medienmanager träumenTrotzdem "führend"
Neben der Ernüchterung im elektronischen Handel habe auch der Ausbau der Bertelsmann Music Group [BMG] einen Rückschlag gebracht. Die Fusionspläne mit dem Musik-Giganten EMI würden trotz des bisherigen Scheiterns nicht aufgegeben, sagte Middelhoff dem Blatt.
Bertelsmann sei allerdings beim Direktvertrieb von Musik im Internet weltweit führend, sagte ein Sprecher der Gruppe am Samstag. Auch die Zugriffe auf die verschiedensten Internet-Seiten des Bertelsmann-Konzerns seien im März dieses Jahres auf 64 Millionen gestiegen.
Eines der Internet-Flaggschiffe der Gruppe, der US- amerikanische Buchhändler barnes@nobels.com, habe im ersten Quartal im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres einen Umsatzsprung um 23 Prozent gemacht, sagte der Sprecher.
