Schuldenlast treibt KPN in Defensive
KPN wird nach Presseinformationen in der kommenden Woche den Verkauf seiner deutschen Mobilfunktochter e-plus bekannt geben.
Wie die niederländische Tageszeitung "Financieele Dagblad" heute berichtete, wird sich KPN wegen hoher Milliardenschulden auch von Mobilfunkbeteiligungen in Belgien und Luxemburg trennen.
Dazu führe das Unternehmen derzeit Gespräche mit der France-Telecom-Tochter Orange.
France Telecom hatte schon vor Jahren versucht, e-plus zu kaufen, war damals aber noch gegen KPN unterlegen. KPN dementierte wie schon in den Tagen zuvor eine Verkaufsabsicht bei ihren europäischen Beteiligungen.
KPN erklärt sich zum Übernahmekandidaten"Konzernperle"
Den niederländischen Konzern drückt eine Schuldenlast von zuletzt 23,2 Milliarden Euro. Am Mittwoch kündigte die US-Ratingagentur Standard and Poor's an, KPN deswegen kritisch zu beobachten und die Kreditwürdigkeit des Unternehmens möglicherweise herunterstufen.
Der KPN-Schuldenberg müsse auf 17 bis 17,8 Milliarden Euro verringert werden, forderte Standard and Poor's.
Ein Verkauf der "Konzernperle" e-plus kam bisher für die Niederländer zum Schuldenabbau aber offenbar nicht in Frage. So sieht es zumindest der Geschäftsführer der Düsseldorfer Mobilfunker, Uwe Bergheim: "E-Plus ist das einzige Ticket für die KPN in die Zukunft", sagte er unlängst in einem Zeitungsinterview.
