Hartnäckige heimische Musikpiraten
Nach der internationalen IFPI-Jahresbilanz von gestern hat heute auch der Verband der Österreichischen Musikwirtschaft [IFPI Austria] Zahlen für 2000 vorgelegt.
Die "Piraterie-Rate" ist demnach in Österreich im Jahr 2000 stabil bei zirka 1,5 Prozent des Gesamtmarktes geblieben.
Demnach beläuft sich der Piraterie-Markt hierzulande nach Rechnung der IFPI auf 60 Millionen ATS.
Weltweit ist der Verkauf von illegal kopierten Musik-CDs im vergangenen Jahr "rasant gestiegen".
Internationaler Bericht der IFPIMehr Site-Schließungen
Erfolgreich war die IFPI Austria nach eigenen Angaben bei der "Eindämmung von Musikpiraterie im Internet":
Für 240 österreichische Sites, die ohne Zustimmung von Künstlern und Produzenten Musik zum Download angeboten hätten, sei im Vorjahr die Schließung verfügt worden, gegenüber 200 Sites im Jahr 1999.
IFPI AustriaBrennerei
Stark steigende Tendenz weist auch das Brennen von Musik auf CD-Rohlinge auf: Laut Fessel-GfK sind im Vorjahr bereits 9 Millionen CD-Rs mit Musik bespielt worden, 1999 erst 5 Millionen Stück.
Bei 22,5 Millionen verkauften Original-CDs besteht laut der IFPI eine "ernst zu nehmende Gefährdung für den Musikmarkt durch Kaufsubstitution".
Wie diese Zahlen mit der "stabilen Piraterie-Rate" vereinbar sind, erklärt die IFPI allerdings nicht.
Österreicher haben neun Millionen CDs gebranntWirtschaftszweig
Die heimische Musikbranche zählt nach eigenen Angaben mit einer jährlichen Wertschöpfung von etwa 30 Milliarden ATS und mehr als 42.000 Beschäftigten zu den zehn größten Wirtschaftssektoren des Landes.
Musikpiraterie - egal in welcher Form - gefährde Arbeitsplätze, die Einkommen der Urheber, Künstler und Produzenten sowie die kulturelle Vielfalt und vermindere die Steuereinnahmen des Staates, so die IFPI.
Der österreichische Gesetzgeber soll die EU-Copyright-Richtlinie, die eine gute Basis für die Entwicklung eines Online-Marktes für Musik und vieler anderer Content-Branchen schaffe, zügig in nationales Recht umsetzen, fordert die Musikwirtschaft.
EU-Ministerrat beschließt Copyright-Richtlinie
