Biologischer RAM-Speicher kommt
Einem Physiker-Team um Mark Reed von der Yale University ist es gelungen, organische Moleküle zwischen zwei Gold-Elektroden zum Computer-Speicher umzufunktionieren.
Ihren Prototyp, der Informationen aufzeichnen, lesen und wieder löschen kann, präsentieren sie US-Forscher im Fachblatt Applied Physics Letters.
Platzsparender als herkömmliche Speichereinheiten
Noch "schalten" sie für jedes Informationsbit eine Gruppe von
rund tausend Moleküle in einen von zwei definierten Zuständen. Doch
ist dies bereits platzsparender als herkömmliche Speichereinheiten
aus Silizium.
Mark A. Reed Research GroupDaten löschen mit negativer Spannung
Die Moleküle sind im Grundzustand nur wenig leitfähig für elektrischen Strom, so Reed. Doch ein Spannungspuls an einer der beiden Elektroden hebt die Moleküle in einen zweiten energetischen Zustand, in dem sich ihre Elektronen verschieben und sie den Strom besser leiten.
Diesen Unterschied in der Leitfähigkeit nutzt Reed als die digitalen Informationswerte "1" und "0" und speichert digitale Daten ab.
Mit Hilfe weiterer Spannungspulse lässt sich die Information wieder lesen - herausfinden, in welchem Zustand sich ein Molekül befindet. Löschen lässt sie sich durch das Anlegen eines negativen Spannungspulses, der die Moleküle zurück in den schlecht leitenden Zustand versetzt, so das Team.
Funktioniert wie ein wiederbeschreibbarer RAM-Speicher
Ihr Prototyp besteht aus einem großen Feld von Molekülen zwischen einer flachen oberen und einer gewölbten unteren Elektrode und funktioniert wie ein wiederbeschreibbarer RAM-Speicher. Zum praktischen Einsatz solcher Speicher muss sein Team allerdings noch Probleme mit der Schaltgeschwindigkeit und Langzeit-Stabilität der Schaltzustände lösen.
