Hänsel und Gretel im Internet
Eine neue Version der Bilderkennungs-Software von Cobion soll die Suche nach vermissten Kindern im Internet ermöglichen.
Nach Angaben der Hersteller werden Bilder aus dem Internet mit jenem des vermissten Kindes verglichen. Nach einem Jahr soll die Suchmaschine 600 Millionen der rund eine Milliarde Bilder im Internet abgeglichen haben.
"Wenn das Bild des gesuchten Kindes darunter ist, dann finden wir es auch", sagte Cobion-Vorstandschef Jörg Lamprecht am Montag in Karlsruhe. Die ersten beiden Testläufe gingen allerdings ins Leere.
Das Unternehmen sponsort mit der Suche nach neun Kindern ein Projekt der Karlsruher Stiftung "Hänsel & Gretel" für missbrauchte Kinder. Die Software Cobions ist allerdings in erster Linie für den Zweck konstruiert worden, unbefugten Gebrauch von Bildern und Markenzeichen im Internet zu verfolgen.
Cobion Brand Protection ServiceDas BKA ist skeptisch
Das deutsche Bundeskriminalamt [BKA] ist skeptisch, zu ungewiss und beliebig seien die Ergebnisse. Dabei hat die Behörde größtes Interesse an einer zuverlässigen Software für die Erkennung von Gesichtern.
Während jeder Fingerabdruck digitalisiert und per Computer sekundenschnell abgeglichen werden kann, müssen die BKA-Fahnder das Gesicht eines Tatverdächtigen noch immer mühsam per Hand und Augenschein mit den rund vier Millionen Bildern in ihrem "Verbrecheralbum" vergleichen.
Während Cobion bei seiner Suche Pornosites ausklammert, weil dort der Zutritt Geld kostet oder per Passwort versperrt ist, durchsucht das BKA mit einem speziellen Programm zur Erkennung von Kinderpornografie täglich 20.000 Pornopages im Internet.
Kein Fall festgestellt
In Deutschland wurde laut BKA bis dato noch kein Fall
festgestellt, in dem eines der rund 1.000 seit langem vermissten
Kinder für pornografische Darstellungen missbraucht wurde.
Nach diesen Personen sucht das BKA
