05.06.2001

GESUCHT

Bildquelle: FuZo

Hänsel und Gretel im Internet

Eine neue Version der Bilderkennungs-Software von Cobion soll die Suche nach vermissten Kindern im Internet ermöglichen.

Nach Angaben der Hersteller werden Bilder aus dem Internet mit jenem des vermissten Kindes verglichen. Nach einem Jahr soll die Suchmaschine 600 Millionen der rund eine Milliarde Bilder im Internet abgeglichen haben.

"Wenn das Bild des gesuchten Kindes darunter ist, dann finden wir es auch", sagte Cobion-Vorstandschef Jörg Lamprecht am Montag in Karlsruhe. Die ersten beiden Testläufe gingen allerdings ins Leere.

Das BKA ist skeptisch

Das deutsche Bundeskriminalamt [BKA] ist skeptisch, zu ungewiss und beliebig seien die Ergebnisse. Dabei hat die Behörde größtes Interesse an einer zuverlässigen Software für die Erkennung von Gesichtern.

Während jeder Fingerabdruck digitalisiert und per Computer sekundenschnell abgeglichen werden kann, müssen die BKA-Fahnder das Gesicht eines Tatverdächtigen noch immer mühsam per Hand und Augenschein mit den rund vier Millionen Bildern in ihrem "Verbrecheralbum" vergleichen.

Während Cobion bei seiner Suche Pornosites ausklammert, weil dort der Zutritt Geld kostet oder per Passwort versperrt ist, durchsucht das BKA mit einem speziellen Programm zur Erkennung von Kinderpornografie täglich 20.000 Pornopages im Internet.