Gesundheitsportale im Netz boomen
Es gibt Themen, über die sprechen manche Menschen nicht mal mit ihrem Arzt - jedenfalls nicht Auge in Auge.
Wenn es zum Beispiel um Potenzschwierigkeiten geht, weicht mancher lieber auf medizinische Ratgeber im Internet aus. Gesundheitsportale, Arztsuchmaschinen und virtuelle Patienten-Foren haben Konjunktur.
Zahl der virtuellen Patienten hat sich verdoppelt
In den vergangenen zwölf Monaten hat sich die Zahl der User, die
sich im Netz medizinisch informieren, auf 8,7 Prozent verdoppelt.
Das ergab eine Studie des Online-Marktforschungsunternehmens Jupiter
MMXI in Nürnberg.
Jupiter MMXI"Ergänzung ohne Diagnostik"
Sie heißen Lifeline, Yavivo, NetDoktor, oder almeda: Keine Diagnosen und keine konkreten Therapieempfehlungen, lautet das Motto der meisten Gesundheitsportale.
"Ergänzung ohne Diagnostik", beschreibt Konstantin Bob, Chefredakteur von Yavivo.de in Berlin das Ziel seines Dienstes.
Fragen direkt an die Mediziner
Neben redaktionell aufbereiteten Hintergrundberichten bietet
Yavivo wie andere Gesundheits-Portale Gesprächsforen sowie die
Möglichkeit, sich mit Fragen direkt an Mediziner zu wenden.
yavivo.deThema Sex "vergleichsweise häufig"
Bei NetDoktor in München gehen täglich bis zu 100 solcher Anfragen ein.
"Vergleichsweise häufig werden Fragen zu sexuellen Themen gestellt. Dabei geht es jedoch nicht um Schmuddeliges."
Mails innerhalb von 48 Stunden beantworten
"Wir versuchen die Mails innerhalb von 48 Stunden zu
beantworten", sagt Chefredakteur Frank Miltner.
NetDoktor
LifelinePharmakonzerne als Sponsoren
"Es sollte erkennbar sein, wer hinter dem jeweiligen Angebot steht", so Thomas Isenberg vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) in Berlin.
Ist der Anbieter nicht unabhängig, oder steht dahinter sogar ein einzelner Pharmakonzern, bestehe die Gefahr, dass nur einseitige Tipps gegeben würden.
"Die Finger sollten Patienten von Seiten lassen, auf denen gleich bestimmte Medikamente zum Kauf angeboten werden", warnt Isenberg.
