ICANN blockiert Adress-Endungen
Bei ihrer Konferenz in Stockholm hat sich die Internet-Kontrollorganisation ICANN in der Diskussion um Internet-Adressen gegen die Ansprüche konkurrierender Gruppen zur Wehr gesetzt.
ICANN-Vorstands-Chef Stuart Lynn wies am Sonntag eine Initiative der US-Organisation New.net zurück, die ohne Genehmigung von ICANN zusätzliche Adress-Endungen eingeführt hat.
User würden in die Irre geführt
User würden in die Irre geführt, wenn sie etwa bei der Suche nach
Websites außer den genehmigten Adressendungen wie ".com" oder".net"
mit weiteren dieser Top-Level-Domains [TLD] konfrontiert seien.
Kritiker werfen ICANN dagegen vor, zu bürokratisch und zu
schwerfällig zu sein.
ICANN gibt Domains .biz und .info frei".kids" als Gefahr für das Internet
ICANN hatte im November 2000 die neuen TLDs ".name", ".biz", ".info", ".museum", ".pro", ".coop" und ".aero" genehmigt.
New.net führte von sich aus 20 zusätzliche TLDs ein, beispielsweise ".car", ".kids" und ".xxx". Neben New.net gibt es weitere Organisationen, die eine TLD-Registrierung bei ICANN umgehen, so etwa in Ländern, deren Schrift nicht auf dem lateinischen Alphabet beruht.
Der ICANN-Chairman Vint Cerf wertete dies als Gefahr für das Internet. "Es gibt keine Ordnung, wenn jeder einen Top Level Domain Namen einführen kann", sagte er. Auch elektronische Post [E-Mail] könne deshalb an die falsche Adresse geraten.
Widerspruch innerhalb der ICANN
Doch selbst innerhalb von ICANN regt sich Widerspruch gegen diese
Auffassung. Konkurrierende TLDs seien keine Gefahr, sagte etwa
Vorstandsmitglied Karl Auerbach der Nachrichtenagentur Reuters.
"ICANN nutzt die Drohung der Internet-Destabilisierung, um die Leute
[von anderen TLDs] abzuschrecken", sagte er. Die
Konkurrenzorganisationen könnten kaum ein Interesse daran haben,
Internet-Surfer irrezuführen.
Die ICANN und die "Mäuseschubser"
