Alcatel-Lucent-Deal offiziell geplatzt
Die beiden Telekomausrüster Alcatel und Lucent Technologies haben gestern ihre Fusionsgespräche abgebrochen.
"Alcatel und Lucent haben bestätigt, dass zwischen ihnen Gespräche über eine mögliche Fusion der beiden Unternehmen stattfanden. Sie haben mitgeteilt, dass diese Gespräche nicht zu einer Einigung führten und abgebrochen wurden", hieß es in einer Presseveröffentlichung von Lucent.
Beide Unternehmen teilten außerdem mit, keine weitere Stellungnahme abzugeben.
Besitzverhältnisse als Streitfall
In verhandlungsnahen Kreisen hieß es, die Gespräche seien auf
Grund von Differenzen über die Board-Struktur und die
Besitzverhältnisse an dem dann neu entstehenden Konzern geplatzt.
Alcatel
Lucent TechnologiesBörsen sind dankbar
Die Aktien beider Unternehmen verzeichneten daraufhin nachbörsliche Kursgewinne.
Beide Unternehmen verhandelten nach Angaben aus Branchenkreisen über eine Fusion im Wert von umgerechnet rund 26,6 Mrd. Euro, die als ein "Zusammenschluss unter Gleichen" charakterisiert werden sollte.
Lucent sei aber zurückgeschreckt, als sich herausgestellt habe, dass Alcatel die Transaktion eher als Übernahme denn als gleichwertige Partnerschaft betrachtet habe.
Kein Interesse an Übernahme
"Lucent machte deutlich, dass es nicht an einer Übernahme interessiert sei. Lucent stand nicht zum Verkauf - sie wollten eine strategische Partnerschaft", hieß es in den Kreisen.
Ähnliche Produktpaletten
Alcatel und Lucent haben eine weitgehend identische Produktpalette. Alcatel mit Sitz in Paris hatte im ersten Quartal 2001 bei einem Umsatz von rund sieben Mrd. Euro einen Gewinn von 118 Mio. Euro erwirtschaftet.
Seine Prognosen für das Gesamtjahr im Telekom-Geschäft hatte Alcatel aber gesenkt und dabei auf ein ungünstiges Geschäftsumfeld im Zuge eines nachlassenden Wirtschaftswachstums verwiesen. Der Konzern beschäftigt 130.000 Mitarbeiter in 130 Ländern.
Lucent mit Sitz in Murray Hill im US-Bundessaat New Jersey hatte im abgelaufen Quartal bei einem Umsatz von 5,9 Mrd. USD einen Verlust von 3,7 Mrd. USD ausgewiesen, in dem allerdings 2,7 Mrd. USD Restrukturierungskosten enthalten waren. Der Konzern hat unter anderem den Abbau von 10.000 seiner 100.000 Arbeitsplätze angekündigt.
