Musikindustrie schießt sich auf Aimster ein
Die Musikindustrie in Gestalt der des US-Branchenverbandes RIAA hat das Filesharing-Tool Aimster verklagt.
Die Klage wurde am Donnerstag [Ortszeit] im Auftrag der vier großen Musikkonzerne Bertelsmann Music Group [BMG], EMI, Sony und Universal Music eingereicht, wie aus den Unterlagen eines Gerichts in New York City hervorgeht.
Eine weitere Klage ist von AOL Time Warner eingegangen, das Konzernkreisen zufolge neben seinem Musik- auch sein Filmgeschäft bedroht sieht.
Aimster ist ein Filesharing-Tool, das auf Gnutella-Routinen aufbaut und den Kontakt zwischen Tauschwilligen durch Instant-Messenger-Programme herstellt.
Aimster: Der nächste Albtraum der MusikindustrieNext Target
"Der einzige Unterschied [von Aimster] zu Napster ist, dass man über Aimster auch Filme, Software und Bilder tauschen kann", sagte Matt Oppenheim der RIAA [Recording Industry Association of America].
Mit der Klage solle ähnlich wie bei Napster eine Verfügung erwirkt werden, die den Tausch von urheberrechtlich geschützten Titeln auch über Aimster stoppen soll.
Aimster-Chef Johnny Deep sagte, er habe die Klageschrift bisher noch nicht gesehen. Aimster hatte seinerseits schon vor einigen Wochen vor einem Gericht im Bundesstaat New York gegen die Musikindustrie geklagt. Damit wollte Aimster erreichen, dass das Gericht der Tauschbörse bestätigt, keine Urheberrechte zu verletzen. Der Rechtsstreit ist noch nicht entschieden. Aimster wird durch dieselbe Anwaltskanzlei vertreten, die auch Napster verteidigt.
Filesharing dreht Prozessspieß umTrademark
Mit AOL streitet sich Aimster zudem um das Recht auf die Aimster-Domain. Die Tauschbörse will Berufung gegen die Entscheidung eines Vermittlungsausschusses einlegen, wonach Aimster diese Adresse an AOL abtreten muss.
AOL vermarktet den AOL Instant Messenger mit der Abkürzung "AIM". Deshalb sah der Ausschuss das AOL-Namensrecht durch Aimster veletzt.
Die rege Prozesstätigkeit könnte für die Musikindustrie allerdings noch ein unangenehmens Nachspiel durch die Wettbewerbsbehörden haben: Dabei geht es um den Verdacht, dass die Branche Unternehmen wie MP3.com oder Napster zuerst durch aggressiv geführte Prozesse an den Rand des Ruins treibt, um sie anschließend günstig zu übernehmen.
Durch Prozesse den Preis drücken
