Durch Prozesse den Preis drücken
Die gestrige Ankündigung, nach der der größte Musikkonzern der Welt [Vivendi Universal] den Online-Dienst MP3.com übernehmen will, hat sowohl bei der Konkurrenz aus der Musikindustrie als auch bei Analysten wettbewerbsrechtliche Fragen aufgeworfen.
Dabei geht es im Kern um den Verdacht, dass der Konzern MP3.com zuerst durch aggressiv geführte Prozesse an den Rand des Ruins getrieben hat, um das Unternehmen anschließend günstig zu übernehmen.
Der Kaufpreis für die Übernahme, die nach Aussage von Vivendi Universal eine freundliche ist, ist mit 372 Millionen Dollar in Aktien und Cash dotiert. MP3.com hatte im vergangenen November nach einem Rechtsstreit mit der Universal Music Group eingewilligt, 60,5 Millionen Euro zu zahlen.
Vivendi Universal kauft MP3.comKonkurrenz alarmiert
"Viele Firmen glauben, dass die Musikindustrie die Copyright-Prozesse nur geführt hat, um die Kontrolle über den Online-Markt zu erhalten", gab ein Analyst von Forrester Research die weit verbreitete Einschätzung des Deals wieder.
Aber auch anonyme Stimmen aus der Plattenindustrie gehen von eingehenden Untersuchungen des Deals durch verschiedene US-Wettbewerbsbehörden aus.
Dabei spielt Vivendis Konkurrenz natürlich eine zwiespältige Rolle, da sie einerseits selbst an den Prozessen beteiligt war, andererseits jetzt bei der Übernahme MP3.coms "leer" ausging.
Notierungen von MP3.com schossen nach der Übernahmeankündigung duch Vivendi um über 60 Prozent nach oben.
Turbulenter Tag für US-Tech-Börse
