Neustart für WAP in Österreich
Die Deutsche-Telekom-Tochter T-Motion [Hauptsitz London], die mobile Services auf Basis der mobilen Internet-Technologie WAP anbietet, expandiert nach dem Marktstart in Deutschland und Großbritannien nun auch nach Österreich.
Heuer will das Joint Venture der DT-Tochter T-Mobile International - der Mutter des österreichischen Mobilfunkbetreibers max.mobil - und T-Online insgesamt rund 70 Mio. Pfund [113 Mio. Euro/1,56 Mrd. ATS] in die Entwicklung mobiler Anwendungen investieren.
Das gab T-Motion-Vorstandsvorsitzender Nikesh Arora heute vor Journalisten in London bekannt.
Neue Generation von WAP-Anwendungen
"Wir haben bisher auf WAP zu viel Druck ausgeübt. Der Kunde
musste glauben, WAP könne Wunder wirken. Wir müssen dem Kunden aber
Zeit lassen, sich an die neue Technologie zu gewöhnen", bemerkte
Arora. WAP habe sich bisher nicht durchgesetzt, weil die Vorteile
der Technologie zu wenig artikuliert und die technischen Standards
noch unklar gewesen seien. Außerdem habe es zu wenige mobile
Applikationen und keine funktionierenden Business-Modelle gegeben,
kommentierte Arora den europaweit eher kläglichen Start der
WAP-Technologie, die vielerorts bereits als Flop abgetan wurde.
Jetzt erst sei die Industrie für die WAP-Anwendungen bereit.
T-MotionFokus auf Unterhaltung
T-Motion verkauft auf Vertragsbasis mobile WAP-Portale vor allem an die Mobilfunknetze der Deutschen Telekom, der Fokus liegt dabei auf Unterhaltungsanwendungen, darunter Nachrichten, Wetterinfos, Spiele, Organiser, Reise, Events, Horoskope und Musik.
Das im März 2000 gegründete Unternehmen will in jedem Land 36 Monate nach Marktstart den Break-even erreichen. T-Motion hat derzeit in Deutschland [Start Ende September 2000], Großbritannien [Start Februar 2001] und Österreich 70 Vertragspartner.
Neun neue Applikationen via max.mobil-Portal nutzbar
Ab sofort seien in Österreich über das max.mobil-Portal neun neue Applikationen von T-Motion - darunter Spiele und eine Musikanwendung - nutzbar. T-Motion ist auch über andere Netzbetreiber - allerdings in abgespeckter Version - zu nutzen, erläuterte Arora.
Potenziell 2,1 Mio. Kunden in Österreich
T-Motion hat derzeit 40 Millionen potenzielle Kunden, 2,1 Millionen in Österreich bei max.mobil, 21 Millionen in Deutschland bei TD-1 und neun Millionen in Großbritannien bei One2One.
Rund 20 Prozent der max.mobil-Kunden haben derzeit ein WAP-Handy, nur zehn Prozent machen aktiv von WAP Gebrauch.
Das Unternehmen, das zu 60 Prozent T-Mobile und zu 40 Prozent T-Online gehört, beschäftigt derzeit 150 Mitarbeiter. Bis Jahresende sollen es 2000 werden.
T-Motion Österreich
