Elektronikindustrie plant Müllabfuhr
Die deutsche Elektroindustrie plant die Gründung einer eigenen Müllabfuhr, um Altgeräte direkt bei den Verbrauchern abzuholen.
"Wenn wir für das Abholen an der Haustür zahlen sollen, ziehen wir ein eigenes Entsorgungssystem auf", kündigt ein Sprecher des Branchenverbandes ZVEI [Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie] im Nachrichtenmagazin "Focus" an.
Die Unternehmen reagieren damit auf die neue EU- Richtlinie zu Elektroschrott, die das Europaparlament am Mittwoch in Straßburg verabschieden will. Das EU-Gesetz verpflichtet die Hersteller, alte Kühlschränke, Computer oder Fernseher ab 2004 zurückzunehmen und wiederzuverwerten.
Europäisches ParlamentRecycling soll Nachfrage steigern
Ein Computer-Joint-Venture des deutschen Siemens-Konzerns und seines japanischen Partners Fujitsu will in Europa ein Recycling-Geschäft mit PC aufbauen.
Damit soll die Nachfrage nach neuen Hardware-Modellen gesteigert und auf strengere Umweltvorschriften reagiert werden, wie die japanische Wirtschaftszeitung "Nihon Keizai Shimbun" am Sonntag berichtete.
Beide Konzerne wollen den Angaben zufolge in Europa ein Netzwerk zwischen Frankfurt am Main und vier weiteren Standorten in Europa schaffen, um ausrangierte Rechner und Drucker auch anderer Hersteller zu sammeln.
Wiederverwertung von 90 Prozent geplant
Geplant sei eine Wiederverwertung von 90 Prozent aller
Computerbauteile aus Plastik und Metall. Ab nächstes Jahr soll das
Recycling-Netzwerk auf Großbritannien, Frankreich und Nordeuropa
ausgedehnt werden.
Towards Waste-free Electrical and Electronic Equipment [PDF]
