13.05.2001

M@TRIX FORUM

Bildquelle: PhotoDisc / ORF ON

Online und gratis am MIT studieren

Als am 4. April MIT Präsident Charles Vest der Öffentlichkeit das Modell "OpenCourseWare" präsentierte, da nahm er einige Einwände gleich vorweg: Man habe eine Arbeitsgruppe beauftragt, etwas Innovatives mit dem Internet anzustellen, das weit über den Campus in Cambridge, Massachussetts, reichen solle.

Dass dann ein Non-Profit Unternehmen dabei herauskam, hätte ihn zuerst auch überrascht, schließlich sei das nicht gerade ein typisch amerikanischer Marktansatz.

2000 Vorlesungen in zehn Jahren

Dem schließt sich Patti Richards, die Projektverantwortliche, an. Bei ihr laufen die Fäden zusammen. 2000 Vorlesungen sollen innerhalb der nächsten zehn Jahre online gehen, knapp eintausend Professoren sind zu koordinieren. Die waren, das gibt sie zu, nicht alle von Anfang an begeistert von der Idee, ihre Unterrichtsmaterialien für alle zugänglich online zu stellen.

Doch die weltweite Zustimmung zur OpenCourseWare Idee habe dann doch viele zum Mitmachen bewegt, immerhin kann sich das MIT so einmal mehr als Schrittmacher der Informationsgesellschaft präsentieren.

Mehrwert duch persönliche Kontakte

Einzelsponsoring von Kursen wird es nicht geben, man denkt da eher an ein bis zwei große Firmen als Geldgeber. Berührungsängste mit der Privatwirtschaft hat man am MIT nicht, ganz im Gegenteil. Von Patti Richards Büro blickt man direkt auf die Labors von Biogen, dem Börsestar am Biotechnologiehimmel.

Und wie sieht es mit Ängsten aus, dass sich die Studenten, die immerhin 26.000 Dollar pro Jahr an Studiengebühren zu entrichten haben, über die Gratis-Weitergabe ihrer Unterrichtsmaterialien beschweren werden? Die, so Patti Richards, habe man ganz einfach nicht. Der menschliche Kontakt könne durch nichts ersetzt werden.