Erster "lebensechter" Film aus dem Rechner
Vollständig im Rechner hergestellte Kinofilme sind inzwischen keine Seltenheit mehr ["Toy Story"], allerdings sah man diesen Filmen ihre Entstehungsart immer noch deutlich an.
Mit "Final Fantasy - Die Mächte in Dir" soll demnächst die erste Produktion auf die Leinwände kommen, deren "lebensechte" Darsteller vollständig aus dem Computer kommen.
Die detailgetreuen virtuellen Schauspieler sollen bis zum letzten Schweißtropfen "echt" wirken, sind aber komplett am Rechner erstellt. Allein die besonders schwer zu imitierenden Gesichter bestehen für eine lebensechte Mimik jeweils aus rund 50.000 Polygonen.
Betrachtet man einzelne hochauflösende Szenenfotos allerdings im Detail so zeigen sich trotz des Aufwandes recht merkwürdige "Haar"- und "Haut"-Strukturen. Wie diese dann im Film wirken, muss sich aber erst heraustellen.
"Final Fantasy - Die Mächte in Dir" kommt in den USA am 11. Juli und in Europa Mitte August in die Kinos.
Der Film: Final FantasyKünstlich, aber teuer
Mit Produktionskosten von rund 75 Millionen Euro ist der Spielfilm aus dem Rechner allerdings nicht unbedingt kostengünstiger als eine große Hollywood-Produktion.
Laut den Produzenten haben rund 150 Programmierer "jahrelang" auf Hawaii an dem Film gearbeitet, das Datum der Fertigstellung wurde jedenfalls mehrmals verschoben.
Einzig die Stimmen der Darsteller wurden von echten Schauspielern gesprochen, darunter Alec Baldwin, Donald Sutherland und Steve Buscemi.
Die Entscheidung gegen Sprache aus dem Rechner könnte allerdings angesichts des imensen Aufwands der Produktion auch darauf zurückzuführen sein, dass man auf Starnamen wenigstens für die Werbung nicht verzichten wollte.
Mit der Herstellungsart von "Final Fantasy" schließt sich theoretisch die letzte "analoge Lücke" in der Spielfilmproduktion [mit Ausnahme der Stimmen]. Prinzipiell können Fime jetzt digital hergestellt, vertrieben und projiziert werden. Vor rund einem Jahr wurde bei einer Fachmesse in Atlanta erstmals ein großer Hollywood-Streifen mit digitalen Projektoren vorgeführt, nachdem eine Filmkopie zuvor über das Internet verschickt worden war.
Filmvertrieb übers NetzBöse Aliens
"Final Fantasy" basiert auf der gleichnamigen Videospiel-Serie, deren Hersteller Square sich jetzt ins Filmgeschäft vorwagt [mit Columbia Tristar als Partner].
Die "Final Fantasy"-Games wurden bisher mehr als 26 Millionen Mal verkauft.
Die Geschichte des virtuellen Streifens spielt im Jahr 2065. Die Menschheit muss in dieser finalen Fantasie nicht nur mit den Folgen eines Meteoriteneinschlags fertig werden, sondern auch noch mit "Millionen" von bösartigen Aliens.
Das Spiel: Final Fantasy
