09.05.2001

EINROLLEN

Bildquelle: e-ink

Schlussphase im Wettrennen um E-Paper

Das Wettrennen um die Entwicklung eines marktreifen elektronischen Papiers, also extrem flexibler und dünner Bildschirme mit dem Kontrast von Druckerzeugnissen, scheint sich seinem Ende zu nähern.

Die beiden Kontrahenten - das Massachusetts Institute of Technology [MIT] und das Xerox Palo Alto Research Center [PARC] und ihre Spin-offs - zeigen sich jeweils optimistisch, noch in diesem Jahr die ersten kommerziellen Anwendungen ihrer Forschungen präsentieren zu können.

"Erste Praxiseinsätze unseres elektronischen Papiers wird es bereits 2001 geben", ist Patrick Mazeau vom Xerox Research Center [XRCE] in Grenoble überzeugt.

In einem Show-Room kann er erste Prototypen mit der im legendären kalifornischen Forschungslabor Xerox PARC entwickelten Technologie präsentieren.

Die Konkurrenz

Erst vor rund vier Wochen präsentierte allerdings auch das Unternehmen E-Ink, ein Spin-off des MIT, erstmals ein weniger als einen Millimeter dünnes, flexibles Display.

Der Prototyp ist nur knapp einen Millimeter dünn, lässt sich ähnlich wie die Xerox-Erfindung wie ein Blatt Papier zusammenrollen und kann auf einer Fläche von derzeit rund 12 mal 12 Zentimetern ein elektronisches Schwarz-Weiß-Bild anzeigen.

Haptische Eigenschaften

"Wir haben bewiesen, dass E-Ink in der Lage ist, mit den weltweit führenden Herstellern die nächste Generation von Displays für elektronische Geräte zu entwickeln", sagte E-Ink-Chef Jim Juliano zur Vorstellung des letzten Prototyps.

Das elektronische Papier könne künftig als Buch oder Zeitung gebunden werden oder in den verschiedensten mobilen Geräten zum Einsatz kommen.

Geschichte

Die Idee des elektronischen, unendlich wieder beschreibbaren Papiers ist allerdings bereits rund 25 Jahre alt.

In den frühen 70er Jahren suchte erstmals Nick Sheridon, Forscher am Xerox PARC, nach Alternativen für Computerbildschirme. Sheridon entwickelte die Technik, die dem elektronischen Papier von Gyricon Media noch heute zu Grunde liegt.

Doch bei Xerox stieß Sheridons Erfindung lange Zeit auf wenig Begeisterung. Das elektronische Papier hätte fast das gleiche Schicksal ereilt wie manch andere Entwicklung aus den legendären Xerox- Forschungslabors.