Neue Aktien für acht Milliarden Euro
Der schuldengeplagte Telekommunikationskonzern British Telekom [BT] strebt nach Angaben aus Industriekreisen die bisher größte britische Aktienausgabe an und könnte die entsprechenden Pläne noch in dieser Woche bekannt geben.
Der britische Ex-Monopolist bereite den Verkauf von Bezugsrechten im Wert von 8,06 Milliarden Euro vor, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus mit dem Vorhaben vertrauten Kreisen.
Außerdem wolle sich BT durch die Vergabe von Anteilen an der Mobilfunksparte BT Wireless an seine eigenen Aktionäre von seiner Mobilfunksparte trennen.
Die Aktien würden mit einem Abschlag von bis zur Hälfte des derzeitigen Börsenwertes ausgegeben, hieß es in den Kreisen. Die Emission werde voraussichtlich von den Investmentbanken Merrill Lynch und Cazenove begleitet. Es sei möglich, aber noch nicht beschlossen, dass das Vorhaben noch in dieser Woche bekannt gegeben wird.
Britische Regierung verkauft letzte BT-AktienKreditwürdigkeit
Mit der nach den inoffiziellen Angaben angepeilten Ausgabe neuer Aktien könnte der hoch verschuldete Konzern die Hälfte seines angekündigten Schuldenabbaus von zehn Milliarden Pfund [16 Mrd. Euro] verwirklichen.
Die British Telecom hatte vor allem durch die Ersteigerung der UMTS-Mobilfunklizenzen einen Schuldenberg von 30 Milliarden Pfund [48 Mrd. Euro] angehäuft.
Ratingagenturen hatten daher bereits eine mögliche Herabstufung des Konzerns angedeutet.
Bereits vor einer Woche hatte BT mit dem geplanten Verkauf von Beteiligungen in Spanien und Japan an den britischen Konkurrenten Vodafone für 4,8 Milliarden Pfund [7,7 Mrd. Euro] einen ersten Schritt zur Reduzierung seiner Schulden angekündigt. Nach zunehmender Kritik von Investoren an der Schuldenlast des Unternehmens war BT-Präsident Iain Vallance vor rund zwei Wochen zurückgetreten. Zu seinem Nachfolger war der bisherige BBC-Chef Christopher Bland berufen worden.
British-Telecom-Chef Vallance tritt zurück
