Flachbildschirme besser, billiger
IBM-Forscher haben eine neue Methode entwickelt, mit der man TFT-Displays bei höherer Qualität billiger produzieren kann.
Damit könnten künftig auch die Preise für Notebooks oder Handhelds [PDAs] sinken, bei denen das LCD bisher die teuerste Komponente bildet.
Art und Weise der Auftrag-Technik
Der entscheidende Unterschied zur bisherigen Methode liegt
demnach in der Art und Weise, wie die Flüssigkristalle aufgetragen
werden.
IBM Research Display TechnologyIBM verändert die Methode
Basis eines LCD [Liquid Crystal Display] sind Flüssigkristalle, also kristalline Strukturen innerhalb einer Flüssigkeit [Polymer-Substrat].
Bisher wurde das Polymer-Substrat bei der Fertigung mechanisch mit einem farbrollerähnlichen Gerät aufgetragen, um es für die Aufnahme der Kristalle vorzubereiten.
IBM verändert die Methode in zwei Punkten: Zum einen verwendet Big Blue statt des Polymer-Substrats eine dünne Schicht von diamantähnlichem Kohlenstoff. Zum anderen setzen die Forscher eine Ionen-Kanone ein, um die Flüssigkristalle auszurichten.
Die Ionen-Kanone fräst die Struktur ins Material
Bildlich gesprochen fräst die Ionen-Kanone eine neue
Oberflächenstruktur in das Material. Die stabförmigen
Flüssigkristalle heften sich an die freigesetzten Atome und fügen
sich so in die so geschaffene Struktur ein.
Mehr davor bei Tecchannel.deHöhere Qualität und niedrigere Kosten
Die Technik soll mehrere Vorteile haben:
Da sich mit der Ionen-Kanone die Flüssigkristalle präziser auf der Schicht anordnen lassen als mit der eher flächendeckenden mechanischen Rollermethode, soll eine höhere Qualität der Display-Darstellung sowie ein größerer Betrachtungswinkel möglich sein.
Der größte Nutzen liegt jedoch in erheblich niedrigeren Kosten bei der Produktion von Flachbildschirmen. Mit der neuen Technik sollen statt vier nur noch zwei Fertigungsschritte erforderlich sein.
Erste Displays Ende 2001
IBM will noch Ende 2001 erste Displays mit der neuen Methode in Serie fertigen und seine Technik an andere Display-Hersteller lizenzieren. Sollte sich die Methode als erfolgreich erweisen, ist künftig auch mit niedrigeren Kosten für Notebooks, PDAs und wohl auch Mobiltelefone zu rechnen.
