Filme, nicht Games schüren Aggressionen
Eine Studie des staatlichen Medienausschusses in Norwegen, der für die Altersklassifizierung von Filmen und Videospielen zuständig ist, kommt zu dem Ergebnis, dass Kinder und Jugendliche sich von Spielen mit brutaler Handlung weit weniger beeinflussen lassen als von Gewaltdarstellungen in anderen Medien.
Die Untersuchung basiert auf ausführlichen Interviews von Jugendlichen im Alter zwischen elf und 19 Jahren.
Für die Studie spielten die Jugendlichen ausführlich "Carmageddon II", bei dem es darauf ankommt, während eines Autorennens möglichst viele Passanten und Tiere zu überfahren. Das Spiel wurde in zahlreichen Ländern verboten, unter anderem in Holland und Brasilien.
Carmageddon IISpielerlebnis
Der Wissenschaftler Faltin Karlsen von der Universität von Oslo, der die Studie durchführte, bilanzierte anschließend, dass für die Jugendlichen bei der Beurteilung und eines Spieles und für den Eindruck, den das Spiel hinterlässt, eine ganze Reihe von Faktoren wichtiger sind als die vorkommende Gewalt:
"Nicht die Gewalt hinterlässt den stärksten Eindruck, sondern das Spielerlebnis, das durch Aufbau und Dramaturgie entsteht", so Karlsen.
Zudem sei die Identifikation mit dem Spieler-Alter-Ego längst nicht so stark wie die mit Filmcharakteren.
Auch eine US-Studie, die im letzten September publiziert wurde, kam zu dem Ergebnis, dass Videospiele - zumindestens kurzfristig - keinen Einfluss auf die Aggresivität von Kindern haben.
Im Rahmen ihrer Arbeit zu Videospielen und deren Einfluss auf Kinder und Jugendliche haben die US-Psychologinnen Jeanne Funk und Debra Buchman die Ergebnisse einer Untersuchung zur kurzfristigen Wirkung von Games publiziert. Demnach ließ sich nach 15 Minuten Spielen kein Verhaltensunterschied zwischen Kindern feststellen, die ein gewalttätiges Spiel, und solchen, die ein gewaltloses gespielt hatten.
Kurzfristig keine Aggressionen durch Videospiele
