Start einer mobilen Killer-Anwendung
Das japanische Mobiltelefon-Unternehmen NTT DoCoMo, weltweiter Vorreiter in Sachen mobiler Internetanbindung, hat gestern mit dem Verkauf eines Handys begonnen, mit dem Musik aus dem Netz heruntergeladen und abgespielt werden kann.
Die Produkteinführung wird weltweit interessiert beobachtet, da hier zum ersten mal eine der prophezeiten Killer-Anwendungen für die dritte Handygeneration in der Praxis getestet wird.
Die Mobilnetzbetreiber sind nach den bereits getätigten und noch ausstehenden horrenden Investitionen auf den Erfolg von Datendiensten wie den japanischen Musik-M-Kommerz dringend angewiesen.
Die aktuelle Krise der Telekom-Unternehmen ist vor allem auf die hohen Investitionskosten in die mobilen Netze der Zukunft [UMTS] zurückzuführen - und darauf, dass bisher völlig unklar ist, wie die teils existenzbedrohlichen Schulden wieder hereingespielt werden sollen. Die Hoffnungen der Branche richten sich unter anderem auf Multimedia-SMS, also das einfache und schnelle Versenden von Textnachrichten, die mit Bildern, Musik- und Video-Files gekoppelt sind.
Multimedia-SMS soll Telekoms sanierenPreisfrage
NTT DoCoMo verkauft das Musik-Handy für rund 270 Euro, für den mobilen Zugriff auf Musik wird eine monatliche Gebühr von rund zwei Euro verlangt und jedes heruntergeladenen Stück kostet knapp drei Euro.
Laut einer gestern veröffentlichten Studie von Webnoize hat der mobile Musikmarkt in naher Zukunft weltweit ein jährliches Umsatzpotential von rund sieben Milliarden Euro.
