Statistik Austria wird elektronisch
Mit der Umstellung von Vollerhebungen auf Stichproben, der Forcierung der elektronischen Datenerhebung und der Vermeidung von Mehrfacherhebungen sollen Unternehmen bei den Statistikerhebungen künftig deutlich entlastet und die Datenqualität verbessert werden.
Die Wirtschaftskammer Österreich [WKÖ] und die Statistik Austria werden deshalb künftig enger zusammenarbeiten und wollen damit den Zeitaufwand für die Befragung in den Unternehmen im ersten Jahr um zehn Prozent, in den nächsten drei Jahren um insgesamt 50 Prozent reduzieren.
Noch diese Woche werden die elektronische Fragebögen bereits an 22.000 Unternehmen geschickt.
Statistik will nicht länger "rotes Tuch" sein
Die Statistik solle nicht länger ein rotes Tuch sein, sondern ein
Partner der Unternehmen werden, erklärte WKÖ-Präsident Christoph
Leitl am Montag bei der Unterzeichnung eines Kooperationsvertrags.
Wirtschaftskammer ÖsterreichGrundgebühr für Unternehmen wird erlassen
Teilnehmende Betriebe erhalten künftig branchenspezifische Kennziffern kostenlos zur Verfügung gestellt. Die wichtigsten nationalen Kennzahlen werden im Internet gratis zur Verfügung gestellt.
Als weitere "Belohnung" erlässt die Statistik Austria den Unternehmen für die Teilnahme außerdem die Grundgebühr für das Infoservice ISIS der Statistik Austria - jährlich 1.600 S - sowie weitere 100 Euro [1.376 ATS] Nutzungsentgelt.
Alles in allem sollen diese Maßnahmen Österreichs Unternehmen eine jährliche Kostenersparnis von mindestens 150 Millionen Schilling [10,90 Mio. Euro] bringen. Zur Überprüfung der tatsächlichen Entlastung für die Unternehmen wird mit Jahresende ein Belastungsbarometer eingeführt.
Wunschkind "Statistik"
Die Statistik gelte als ungeliebtes Kind der heimischen
Unternehmen. Die WKÖ und die Statistik Austria wollen daraus nun ein
"Wunschkind" machen. Die Unternehmen sollten freiwillig und nicht
auf Grund gesetzlicher Vorgaben an den Befragungen teilnehmen. "Wir
müssen weg von der hoheitlichen Anordnung, hin zur freundlichen
Bitte", sagte Statistik-Austria-Chef Ewald Kutzenberger bei der
Unterzeichnung des Vertrags.
Statistik ÖsterreichStatistik Austria baut weitere 140 Mitarbeiter ab
Unternehmen seien aber nicht nur Korrespondenten, sondern auch Kunden der Statistik Austria. Laut Statistik-Austria-Chef Kutzenberger stammen 90 bis 95 Prozent der von der Wirtschaftsforschung verwendeten Daten von der Statistik Austria.
Durch die elektronische Befragung will die Statistik Austria auch selbst Kosten und Zeit bei der Ausarbeitung einsparen. Im vergangenen Jahr wurden bereits 130 Mitarbeiter abgebaut.
Weitere 140 Arbeitsplätze sollen bis 2003 eingespart werden. Im Gegenzug will die Statistik Austria heuer rund 20 hoch qualifizierte Mitarbeiter, vor allem im IT-Bereich, neu einstellen.
Vorstellung am Freitag
Die Statistik Austria erhofft sich von der Kooperation neben dem Austausch von Daten auch eine verstärkte Werbung für ihren neuen elektronischen Fragebogen "eQuest". Am Freitag veranstaltet die WKÖ einen Informationstag, an dem den Unternehmen der elektronische Fragebogen präsentiert werden soll.
