Software spioniert Käuferstimmung aus
In mehreren US-Kaufhausketten werden seit kurzem die Bilder der Überwachungskameras von einer Software ausgewertet, die Personen erkennen und ihre Blickrichtung und Grundstimmung analysieren können soll.
Die Software entstammt dem IBM-Projekt "Blue Eyes", das offiziell darauf abzielt, dass PCs die Stimmung des Besitzers erkennen. Bislang hat "Blue Eyes" allerdings keinerlei Anwendungen für "einfühlsame" Schreibtisch-PCs hervorgebracht.
Für die Ausforschung des Kundenverhaltens scheint das Programm dafür umso geeigneter, denn auch mit einer gewissen Fehlerquote und recht schwammiger Bestimmung der Kundenstimmung liefert die Software bislang nicht automatisch erfassbare Daten.
Projekt "Blue Eyes"Sonderangebote und Glücksgefühle
Die "Blue Eyes"-Software kann Personen auf Videobildern ausmachen, deren Blickrichtung ermitteln und mittels der Stellung und Bewegungen der Augenbrauen und des Mundes auch eine Grundstimmung erkennen.
Was für PC-Anwendungen im Zweifelsfall viel zu ungenau ist, kann den Kaufhausbetreibern allerdings eine Vielzahl von interessanten Erkenntnissen vermitteln.
So läßt sich feststellen, welche Elemente der Kunde bei seinem Gang durch das Kaufhaus beachtet und zumindestens statistisch sind Rückschlüsse auf die Attraktivität bestimmter Werbeaktionen und Produktgruppen möglich.
US-Konsumentenschützer warnen jetzt davor, dass die Technik in der Kombination mit Gesichtserkennung-Programmen zu bislang ungeahnten Qualitäten der Überwachung führen könnte.
Identifikation nach schwammigen VideobildernBlauäugig
Das Projekt "Blue Eyes" soll "eigentlich" PCs und anderen Konsumentenprodukten wie Fernsehern die Stimmung der Nutzer vermitteln. Über die Augenbewegungen sollen dabei auch Steuerbefehle ausgeführt werden.
Als Beispiel beschreibt IBM PCs, die selbstständig Links öffnen, wenn die Augen des Nutzers einen Augenblick auf der entsprechenden Stelle ruhen und anschließend feststellen, ob der Nutzer mit dieser Aktien "zufrieden" ist.
Andere Anwendungen sollen Lernprogramme sein, aber auch "freundliche" Überwachung durch den eigenen PC, der einem beispielsweise mitteilen kann, dass man überarbeitet ist.
Interview mit einem "Blue Eyes"-Entwickler
