Kapitalbeschaffung für Start-ups
Die österreichische Bürges Förderungsbank will mit Hilfe von Gewinnwertpapieren kleinen Wachstumsunternehmen den Zugang zum Kapitalmarkt ermöglichen.
Diese Möglichkeit zur Kapitalbeschaffung gibt es zwar seit zwei Jahren, sie ist allerdings relativ unbekannt.
Wurden seit Ende 1999 bisher acht Emissionen mit einem Gesamtvolumen von 88 Millionen ATS begeben, so sollen es heuer insgesamt fünf Unternehmen mit einem Volumen von 75 Millionen sein, kündigte Bürges-Geschäftsführer Helmut Dorn heute in einer Pressekonferenz an.
Geplant sind unter anderem Direct-Mailings an Unternehmen, Steuerberater und Unternehmensberater. Bürges gibt beim Gewinnwertpapier eine Kapitalgarantie für die Anleger bis maximal 20.000 Euro.
Bürges FörderbankGewinnbeteiligung
Dazu kommt eine Beteiligung am Gewinn des Unternehmens, wobei es sich im Wesentlichen um das Betriebsergebnis [EBIT] mit einigen Abschlägen handelt.
Ziel des Instruments sei es, auf dem Kapitalmarkt Chancengleichheit für Klein- und Mittelbetriebe mit einem Kapitalbedarf ab fünf Millionen ATS zu schaffen, so Dorn heute anlässlich der Präsentation einer Broschüre über das Gewinnwertpapier.
Trainingscamp für IPO
Man könne das Gewinnwertpapier auch als "Trainingscamp" für einen
Börsengang betrachten, so Dorn. Sollte das Unternehmen während der
mindestens zehnjährigen Laufzeit des Papiers mehrheitlich verkauft
werden, so erhält der Investor eine Mindestverzinsung von scht
Prozent bzw. den im Verkaufsprospekt prognostizierten erwarteten
Ertrag.
Das Gewinnwertpapier"Interessante Angelegenheit für Start-ups"
Die Wiener Firma Cymantix, Spezialist für Knowledge-Management-Software, hat bereits vom Gewinnwertpapier profitiert. Insgesamt 580.000 Euro wurden so aufgetrieben. "Das Gewinnwertpapier ist eine äußerst interessante Angelegenheit für Start-ups, die expandieren möchten, aber dafür kein Kapital haben", meint Rüdiger Pressler, Finanzchef von Cymantix, im Gespräch mit der FutureZone.
So habe der Kapitalzufluss wegbereitend für weitere Projekte gewirkt; später habe dann die Venture-Capital-Firma 3i insgesamt sieben Millionen Euro zugesagt. Cymantix verwendet das frische Kapital vor allem dazu, den Vertrieb auszubauen.
Primäre Kunden sind Unternehmen mit starkem Forschungsanteil, etwa Unternehmen aus dem Pharma- und Biotech-Bereich. "Heuer rechnen wir mit einem Umsatz von rund drei Millionen Euro", so Pressler.
