Vom Uni-Campus zum "Portal"
Ein einzelner Universitätsprofessor ist nicht in der Lage, ein Web-basiertes Curriculum aufzubauen und es dann weltweit zu vermarkten. "Das wird aber die Aufgabe der Zukunft sein", ist Detlef Müller-Böling, Leiter des Centrums für Hochschulentwicklung der Deutschen Bertelsmann Stiftung, überzeugt.
Die Universitäten sind gefordert neue Strategien zu entwickeln. Denn es wird einen Weltbildungsmarkt geben. Sehr bald schon werden auch heimische Hochschulen auf dem Weltmarkt mit Aktiengesellschaften, wie der "University of Phoenix", um die besten Studenten konkurrieren müssen.
Forderung nach einer neuen Identität
Um in diesem Kampf zu bestehen, rät Detlef Müller-Böling sich
rechtzeitig zu wappnen. Die Hochschulen brauchen eine neue
Identität, als Marke in den Köpfen der potenziellen Kunden verankert
und durch Internet-Portale repräsentiert.
Centrum für Hochschulentwicklung der Deutschen Bertelsmann StiftungKein kostenloser Bildungszugang
Der Traum vom elektronischen Lern-Paradies auf den Unis wird sich aber nicht so leicht umsetzen lassen, ist Manfred Paul, Leiter des Rechenzentrums der Universität Trier eher skeptisch. Für Berufsschulen, Fachschulen und Fachhochschulen mache es unter Umständen Sinn, multimedial aufbereitete Kurse web-basiert anzubieten. Im wissenschaftlichen Studium seien diese Ansätze aber weit weniger praktikabel.
Auch von einem weiteren Wunsch-Szenario wird man sich verabschieden müssen: Dass E-Learning kostenlosen Bildungszugang für alle bringt.
Die Gesetze des Marktes bestimmen den Modus der Lehre
Firmen wie die "University of Phoenix" verdienen auf diesem "High
Level Markt" der Internet-basierten Postgraduat-Ausbildung heute
schon gutes Geld. Den Gesetzen des Marktes folgend kann man dort
aber nur Fächer belegen, die leicht zu lehren und heiß begehrt sind.
Und diese sind natürlich nicht gerade billig.
University of PhönixDie Entscheidung zwischen freiem Hochschulzugang und Eliten-Bildung bleibt letztendlich natürlich eine politische. Trotzdem, der technologische Wandel wirkt als Katalysator.
Wie müssen sich die Universitäten verändern und welche Zukunft erwartet die Universitäten in einer veränderten Welt. Beim Kongress "The Changing Universities - The Role of Technology" in Berlin nahmen 450 Leiter von Universitäts-Rechenzentren und Universitätsbibliotheken aus 39 Ländern teil. Eingeladen hatte EUNIS, "European University Information Systems", die Organisation der Rechen- und Medienzentren der europäischen Universitäten. Wie die Hochschulen durch die fortschreitende technologische Revolution gefordert werden, das hat m@trix in Erfahrung gebracht.
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