21.04.2001

KALKSBURG

Bildquelle: PhotoDisc

"30.000 Österreicher sind internetsüchtig"

Das Anton-Proksch-Institut in Kalksburg hat neue Zahlen zum Suchtverhalten der Österreicher und Österreicherinnen präsentiert. Neben den klassischen Drogen und Alltagsdrogen [Alkohol, Medikamente] wurde dabei auch das Phänomen der Internetsucht untersucht.

Internetsucht als neue Form einer nicht "stoffgebundenen" Abhängigkeit wird von den Fachleuten - ausgehend von den USA - auch in Europa ernstgenommen und erforscht.

Beim 5. Internationalen Suchtkongress, der vom 7. bis 10. Mai in Baden bei Wien stattfindet, werden die Kalksburger Wissenschafter dazu die neuesten Forschungsergebnisse und Zahlen vorstellen.

Besondere Gefährdung, sagt Dr. Zimmerl

"Gefährdet sind besonders Alleinstehende und Arbeitslose sowie Personen mit einer unsicher-unreif-gehemmten Persönlichkeitsstruktur und andererseits selbstverliebte Individuen mit sadistischen Impulsen", erläuterte Dr. Zimmerl die Forschungsergebnisse.

"Die erste Gruppe täuscht sich über ihre Kontaktscheu hinweg, die zweite ist vor allem am scheinbaren Machtgewinn interessiert."

Ähnliche Ergebnisse in Deutschland

Zu ähnlichen Ergebnissen kam auch eine Studie der Humboldt-Universität in Berlin, die im Jahr 2000 veröffentlicht wurde und an der 10.000 Personen teilnahmen. Anhand von Suchtkriterien konnte für Deutschland ermittelt werden, dass 3,18 Prozent der Studienteilnehmer internetsüchtig sind.

Alkohol weiter das größte Problem

Alkohol bleibt nach wie vor das größte Problem: Etwa 330.000 Österreicher sind alkoholkrank, rund weitere 900.000 Österreicher alkoholsuchtgefährdet. Rund 110.000 Österreicher sind medikamentenabhängig.

Zwei Millionen Personen greifen - zum Teil nikotinabhängig - täglich zum "Zigaretterl". Hingegen sind laut den neuesten Untersuchungen in Österreich rund 20.000 Menschen von illegalen Drogen abhängig.

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