21.04.2001

START ME UP

Bildquelle: PhotoDisc

2,4 Milliarden ATS für 100 Start-ups

Der österreichische Markt für Venture Capital [Risikokapital] hat - zumindest im vergangenen Jahr - geboomt: 150 Venture Capital-Firmen und Investmentbanken investierten im Jahr 2000 insgesamt 12 Mrd. ATS in österreichische Unternehmen.

1999 waren es noch 120 Risikokapital-Firmen gewesen, die 6 Mrd. ATS investierten. Dies geht aus einer am Freitag veröffentlichten Studie von Arthur D. Little hervor, bei der 100 österreichische Investmentbanken und Venture Capital Unternehmen zu ihren Start-up-Investitionen befragt wurden.

Besonders stark entwickelte sich das Venture Capital-Marktsegment Start-up-Unternehmen. 75 Venture Capital-Firmen und Investmentbanken investierten im Jahr 2000 insgesamt 2,4 Mrd. ATS in 100 österreichische Start-up-Projekte.

20 Prozent an Start-ups

Das ist doppelt so viel wie 1999 und macht etwa 20 Prozent des gesamten in Österreich investierten Venture Capitals aus.

Boom noch nicht vorbei

Für Start-ups sei der Boom 2001 allerdings noch nicht vorüber, heißt es in der Studie. Während die Börsen als Weg der Geldbeschaffung durch Neuemissionen an Attraktivität einbüßten, steige das Interesse an Kapitalbeschaffung über Venture Capital.

2001 wird laut Arthur D. Little-Schätzung die Anzahl der Venture Capital-Unternehmen, die in Start-ups investieren, von 75 auf 100 steigen, die Investitionssumme wird 2001 auf 3,3 Mrd. ATS anwachsen. Das wäre eine Erhöhung um knapp 40 Prozent.

24 Mio. ATS pro Start-up

Jedes Venture Capital-Unternehmen mit Start-up-Beteiligungen investierte im Jahr 2000 im Schnitt in ein bis zwei Start-up-Projekte. Durchschnittlich erhielt ein Start-up im vergangenen Jahr 24 Millionen ATS. Venture Capital-Firmen bleiben im Schnitt 22 Monate an Start-up-Unternehmen beteiligt.

Die Börse ist das Ziel

Ziel ist, das finanzierte Unternehmen erfolgreich zu verkaufen oder an die Börse zu bringen. Letzteres war 2000 bei ein bis zwei Start-ups pro Venture Capital-Firma der Fall. Dieses Jahr wollen die Kapitalgeber zwei bis drei Unternehmen an der Börse plazieren.

Etwa die Hälfte der Venture Capital-Unternehmen erwarten heuer gegenüber dem Vorjahr generell verbesserte Marktchancen für Start-up-Finanzierungen, die andere Hälfte erwartet eher schlechtere.

Die interessantesten Start-up-Projekte kamen nach Meinung der Venture Capital-Unternehmen im letzten Jahr aus den Bereichen Finanzdienstleistungen, Medizin und Biotechnologie.

Mobile Internet im Aufwind

Gegenüber den beiden Vorjahren deutlich an Bedeutung gewonnen haben Projekte aus dem Bereich Mobile Internet Anwendungen, die an vierter Stelle der Beliebtheitsskala liegen.

12 Anträge pro Start-up

Nur ein kleiner Teil der anfragenden Unternehmen erhielten laut Studie im Vorjahr Geld. Im vergangenen Jahr wurden von 1.200 Start-ups insgesamt 14.000 Anträge auf Risikokapital gestellt.

Jede Venture Capital-Firma wies 180 Anträge im letzten Jahr zurück. Insgesamt erhielten nur acht Prozent der Start-up-Projekte eine Risikofinanzierung.

Die Ursache für die Zurückweisung lag bei 28 Prozent der Start-ups an der Unerfahrenheit des Management Teams, bei 21 Prozent an einer nicht ausreichend innovative Technik, bei weiteren 21 Prozent an mangelhaften Businessplänen, und bei 13 Prozent mangelte es an technischer oder wirtschaftlicher Kompetenz der Mitarbeiter.

Ferner liefen...

Bei sieben Prozent lag es am persönlichen Hintergrund der Firmengründer, weitere sechs Prozent der Unternehmen hatten keine Aussicht auf Wachstum.