Nokia weit vor Ericsson
Der finnische Handy-Konzern Nokia hat seine Position als weltweit dominierender Handy-Anbieter zum Jahresauftakt deutlich ausgebaut.
Während Ericsson als Dritter der Branche am Freitag aus dem benachbarten Schweden Rekordverluste für das erste Quartal und einen massiven Stellenabbau mitteilen musste, konnte Nokia einen gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent verbesserten Vorsteuergewinn von 1,49 Mrd. Euro [20,5 Mrd. ATS] melden.
"Sehr erfreut"
Vorstandschef Jorma Ollila erklärte in Helsinki: "Ich bin über
unsere Zahlen mehr als erfreut."
NokiaEricsson baut 10.000 bis 12.000 Stellen ab
Mitte letzter Woche hatte bereits Motorola in den USA die ersten roten Unternehmenszahlen eines Quartals seit 1985 vermeldet.
Ericsson kündigte als Konsequenz der hohen Verluste einen massiven Abbau von 10.000 bis 12.000 Stellen an. Halbiert werden soll außerdem die Zahl von 15.000 als Freiberufler tätigen Ericsson-Beratern.
Die Österreich-Tochter von Ericsson rechnet dagegen bis Jahresende 2001 mit einer Erhöhung des Mitarbeiterstandes um über 100 auf rund 600 Personen.
Gute Österreich-Geschäfte mit UMTS
Vor allem die Auswahl zum Lieferanten der beiden Netzbetreiber
Mobilkom und One für den Aufbau der UMTS-Infrastruktur habe einen
Durchbruch für Ericsson in Österreich bedeutet, sagte
Ericsson-Austria-Sprecher Gerhard Gindl.
Ericsson Austria"Fragt sie selbst"
Ollila verkündete, Nokia habe nun fast den angestrebten Marktanteil von 40 Prozent aller weltweit verkauften Handys erreicht.
Ericsson-Konzernchef Kurt Hellström musste am selben Tag in Stockholm einen Umsatzrückgang bei Mobiltelefonen um 52 Prozent auf 7,2 Mrd. Kronen [elf Mrd. ATS] und einen Vorsteuerverlust in dieser Sparte von 5,7 Mrd. Kronen einräumen.
Die Marktanteile sanken von zehn auf bis zu sieben Prozent. Nokia dagegen vermeldete einen doppelt so hohen Zuwachs wie die Branche im Durchschnitt.
Auf die Frage, warum der finnische Marktführer auch angesichts der konjunkturellen Abkühlung vor allem in den USA weit besser dastehe als die gesamte Konkurrenz, antwortete Hellström mit säuerlichem Lächeln: "Fragt sie selbst."
