20.04.2001

IT IN AT

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Abrechnung mit der New Economy

Auf einer Tagung des Vereins für Konsumenteninformation [VKI], die heute zu Ende geht, rund um die Themen "Internet-Obudsmann" und "E-Commerce-Gütesiegel" zog Konsumentenschützer Karl Kollmann gestern eine höchst skeptische Zwischenbilanz über die Lage der Informationsgesellschaft.

Mit der Einsparung von etwa 1,5 Euro per Transaktion etwa im Online-Banking habe es finanziell schon seine Richtigkeit, so der WU-Professor.

Die Rechnung der Informationsgesellschaft

Die "Total Cost of Ownership" für einen Durschnittshaushalt, der an der Informationsgesellschaft teilhaben will, wurde in mehreren Modellen an der WU errechnet.

Für Festnetz-und Mobiltelefon, einen PC mit Internet-Anschluss und einen Handheld [Palm oder Ähnliches] lege der Haushalt minestens 3.000 Euro pro Jahr, also 250 Euro an monatlichen Kosten hin.

Customer Relationship Management

Die erwartete Perfektionierung der Customer Relations durch das Internet habe wenigstens 2000 realiter noch solchermaßen ausgesehen.

Ein an der Wirtschaftsuni durchgeführter, verdeckter Kontaktversuch per E-Mail an die Top 400 unter den österreichischen Unternehmen ergab, dass ein Drittel der Unternehmen niemals antwortete.

Elf Prozent der Anfragen kamen gar als Irrläufer zurück, weil die angegebene Mailadresse nicht existierte.

"Empowerment statt E-Government"

Der Idee so genannten E-Governments kann Kollmann auch wenig abgewinnen. Stelle man Staat und Verwaltung tatsächlich auf elektronische Kontakte um, sei das ein vom gebräuchlichen so radikal verschiedenes Modell, dass es letztlich nur Sinn ergebe, wenn auf nicht virtuellen Parteienverkehr völlig verzichtet würde.

Um eine Möglichkeit zu fördern, die das Internet nachweislich biete, nämlich mehr "Empowerment" und Autonomie des Bürgers gegenüber dem Staat durch direkte, gelebte Demokratie, gingen von den Regierungen in Europa verständlicherweise wenige bis gar keine Impulse aus.