Werbung in Videospielen als Zukunftsmarkt
Die Werbeindustrie ist derzeit dabei, Videospiele als zukünftigen Markt zu erschließen. Zwar tauchten schon bisher vor allem in Formel-Eins- und Fussball-Games Werbungen auf, diese waren in der Regel aber nicht von den jeweiligen Firmen bezahlt, sondern von den Spielentwicklern platziert, um die Szenerien glaubhaft zu gestalten.
Momentan befindet sich der Markt aber aus vielfältigen Ursachen im Umbruch.
Zum einen bieten die Konsolen der letzten Generation mehr Möglichkeiten Produkte und Werbetafeln realistisch in die Spiele zu integrieren, andererseits waren große Konzerne bisher skeptisch, ob sie mit Werbung in Games auch relevante Zielgruppen erreichen.
Dass sich die Einstellung der potentiellen Werbekunden zu den Games ändert, liegt vor allem daran, dass die Spiele langsam ihr Image als Spielzeug für Kinder und Jugendliche ablegen und sich die Erkenntnis durchsetzt, dass viele, wenn nicht die Mehrheit der Spieler inzwischen Erwachsene sind.
Typischer Spieler weder sozial isoliert noch TeenagerSinneswandel
Charlene Boudreaux von der Agentur Global Product Placement berichtet, dass sich der Sinneswandel der Industrie im letzten Jahr massiv vollzogen hat.
Demnach sind jetzt auch potentielle Kunden aus dem klassischen Werbekundenbereich wie Lebensmittelhersteller, die entsprechende Angebote vor einem Jahr noch entschieden ablehnten, plötzlich von den Möglichkeiten der Werbung in Games begeistert.
Aber auch die Spielehersteller mussten erst das Potential der zusätzlichen Einnahmen erkennen. So begann Electronic Arts erst im letzten Dezember Werbung in seinen Spielen zu verkaufen.
Nach Firmenangaben lief das Geschäft seitdem sehr vielversprechend an: Laut EA-Chef John Riccitiello wurden schon "einige Millionen USD" eingesammelt und das Unternehmen hofft, zukünftig die Kosten von Neuentwicklungen schon über die Werbung wieder hereinspielen zu können.
Electronic ArtsNoch eine Boommarkt
Die Marktforscher von Forrester Research haben in einer Studie zu den Möglichkeiten der Werbung in Games im letzten Jahr einen Markt von 705 Millionen USD für das Jahr 2005 prophezeit.
Charlene Boudreaux von der Agentur Global Product Placement mahnt allerdings trotz der derzeitigen Euphorie einiger Werbekunden zur Vorsicht, was die Voraussagen der Marktentwicklung betrifft.
Momentan befindet sich der Markt nämlich noch ganz am Anfang seiner Entwicklung und vor allem die Festlegung der Reichweiten und die daraus resultierenden Preise sind noch völlig undefiniert.
Trotz dieser Unsicherheiten was die Preisentwicklung für Werbung in Games betrifft, geben sich aber alle Beteiligten - Werbekunden, Agenturen und Spieleentwickler - sehr optimistisch, was darauf hindeutet, dass zumindestens in den nächsten Jahren sowohl in Konsolenspielen als auch in Online-Games massiv Werbungen auftauchen werden.
