Agenten gegen Datenmissbrauch
Angesichts der ernormen Datenschutzprobleme im Internet ist in den USA ein neues Berufsbild in Unternehmen entstanden: Der "Chief Privacy Officer" [CPO] ist eine Art Geheimagent im eigenen Unternehmen.
Er kontrolliert den Datenfluss zwischen dem Unternehmen und dem Internet und ist außerdem für die Datensicherheit innerhalb der Firma zuständig.
Rund 75 Prozent aller Firmen in den USA leisten sich bereits einen CPO, berichtet das deutsche Marketing-Magazin w&v in seiner aktuellen Ausgabe.
Lizenz zum Horchen und Schnüffeln
Der elektronische Agent hat im eigenen Unternehmen die Lizenz zum
fast uneingeschränkten Horchen und Schnüffeln. Er schaut in
Computerdateien, liest den Emailverkehr und überwacht die
Internetnutzung. Verhindert werden soll vor allem der unerlaubte
Handel mit Kundeninformationen.
CPO-Vermittlung von "Privacy Leaders""Du sitzt permanent zwischen den Stühlen"
Dabei geraten die CPO auch in Konflikt mit dem eigenen Unternehmen und den Angestellten. "Du sitzt immer zwischen den Stühlen", sagt Tatiana Gau, CPO bei AOL. "Auf der einen Seite musst du die Kunden schützen, andererseits die Firma und ihre Angestellten."
Microsofts Chief Privacy Officer, Richard Purcell, räumt ein, dass er sich "fast jeden Tag mit irgendwelchen Abteilungen von Microsoft anlegen muss." Besonders häufig kollidieren die Interessen beim Marketing und der Marktforschung.
Doch die Präsenz eines CPO gilt für Kunden von Internet-Unternehmen als eine Art Mindeststandard. Laut einer Studie begrüßt die Mehrheit der Internet-User die Rolle des CPO zum Schutz von persönlichen Daten.
"Das Dealen mit Kundendaten ist mittlerweile ein großes Geschäft in den USA", warnt Jules Polonetsky, CPO bei der Internet-Firma DoubleClick aus Los Angeles. Alan Westin, Geschäftsführer der Beratungsfirma Privacy & American Business, fügte hinzu: "Keine Frage, die Rolle des CPO wird mit dem zusehends einfacheren Datenzugriff immer wichtiger."
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