Kopierschutz für Festplatten gescheitert
Der Vorschlag, einen Hardware-basierenden Kopierschutz [CPRM] in den Festplatten-Standard ATA zu integrieren, verfehlte heute in San Francisco die erforderliche Zweidrittelmehrheit.
Während die Vertreter von IBM, Toshiba, Hitachi und Microsoft im Standardisierungsgremium für den Ansatz stimmten, wurde die Initiative unter anderem von Apple, Adaptec, Western Digital und Maxtor abgelehnt.
Damit wird es nach Ansicht von Experten immer unwahrscheinlicher, dass sich Kopierschutztechnologien auf dem Markt durchsetzen werden, die Verbraucher am Kopieren von urheberrechtlich geschützten Dateien auf Festplatten hindern sollten.
Keine grundsätzliche Absage an Kopierschutz-Technologien
"Diese Entscheidung ist keine grundsätzliche Absage an
Kopierschutzmechanismen", meint Gartner-Analyst P.J. McNealy. "Aber
der zur Debatte stehende Ansatz war mit Sicherheit nicht der
verbraucherfreundlichste." CPRM [Content Protection for Recordable
Media] ist ein Mechanismus, der das Kopieren, Bewegen und Löschen
von Dateien auf digitalen Medien in einem Computer oder Musikplayer
beschränken soll.
Proposal to Support Generic [CPRM-] FunctionalityHeftiger Widerstand von Verbraucherinitiativen
Während CPRM-Kopierschutz-Technologien in einigen austauschbaren Medien bereits zum Einsatz kommen, ist der Vorschlag, sie auch in konventionelle ATA-Festplatten-Standards zu integrieren, vor allem bei Verbraucher- und Bürgerrechtsbewegungen auf heftigen Widerstand gestoßen.
Sie stehen auf dem Standpunkt, dass mit überzogenen Kopierschutz-Technologien die Vorteile der digitalen Revolution und des elektronischen Dateiaustauschs zunichte gemacht werden können.
"Wir kämpfen vor allem gegen jene kommerziellen Interessen, die fest verdrahtete Kopierschutztechnologien still und heimlich in sämtliche elektronischen Geräte einbauen wollen", meint John Marttila von der US-amerikanischen "Electronic Frontier Foundation".
Die so genannte 4C-Gruppe
Die Rechte an der CPRM-Technologie liegen bei der so genannten
4C-Gruppe, zu deren Mitgliedern unter anderem IBM, Matsushita und
Toshiba zählen.
Electronic Frontier Foundation
