Neue Talfahrt an den Tech-Börsen
An den Technologiebörsen hat weltweit eine neue Talfahrt eingesetzt. Die amerikanische Nasdaq stürzt um ganze sechs Prozent, in Frankfurt hat der Neue Markt nach panikartigen Verkäufen neue Tiefstände erreicht.
Während der alle Werte des Segments umfassende Nemax-All-Share-Index gut acht Prozent nachgab und unter 1.500 Punkte fiel, durchschlug der Auswahlindex Nemax50 erstmals die Marken 1.400 und 1.300 und landete erst bei 1.292 Punkten [minus zehn Prozent].
Damit hat der All-Share-Index seit Beginn des Jahres rund 45 Prozent seines Wertes verloren, der Auswahlindex gab um rund 51 Prozent nach.
Der Neue Markt auf der Verliererstraße
"Niemand möchte mehr sein Geld am Neuen Markt investieren", sagte
ein Händler. Hintergrund sei die fortwährende Talfahrt der
US-Technologiebörse Nasdaq und anhaltend schlechten Nachrichten von
den Unternehmen. Der alle Werte umfassende Nemax-All-Share-Index
brach bis zum Nachmittag um 7,86 Prozent auf ein Jahrestief von
1.476 Punkten ein. Der Blue-Chip-Index Nemax50 fiel um 9,88 Prozent
ins Minus bei 1.288 Stellen.
Neuer MarktDramatische Verluste an der Nasdaq
Für eine langfristige Erholung benötige der deutsche Markt neben besseren Konjunkturaussichten in den USA und einer stabilen Nasdaq eine eigene "Vorreitergruppe", sagte Christian M. Kahler, Aktienstratege der DG Bank.
Die aus mindestens 20 bis 40 Unternehmen bestehende Gruppe müsse mit überzeugenden Geschäftszahlen das stark gestörte Vertrauen in den Markt wiederherstellen.
Dramatische Kurseinbrüche gab es erneut an der US-Technologiebörse Nasdaq. Der Nasdaq-Composite-Index stürzte um 6,19 Prozent auf 1.672,63 Stellen ab. Bereits am Montag war ein Minus von 3,11 Prozent zu verzeichnen. Doch auch der Dow-Jones-Index verlor ganze drei Prozent.
US-Technologiebörse NasdaqGewinnwarnungen von Ariba und Inktomi
Die jüngsten Gewinnwarnungen der Software-Firmen Ariba und Inktomi haben die Furcht bei den Anlegern genährt, so Händler über den schlechten Start der Nasdaq und der Wall Street.
Noch dazu sei der Auftragseingang der US-Industrie im Februar 2001 im Vergleich zum Vormonat stärker als erwartet um 0,4 Prozent gefallen. Analysten rechnen damit, dass Gewinnwarnungen noch eine bis eineinhalb Wochen den Markt erschüttern werden.
Oracle büßte 9,6 Prozent ein. Cisco fiel um 7,6 Prozent. Microsoft-Aktien verloren rund 3,5 Prozent. Aber auch in den anderen Branchen gab es nahezu ausschließlich Verlierer.
Inktomi entlässt ein Viertel der Belegschaft
Inktomi, ein Anbieter von Software zur beschleunigten
Übermittlung von Internet-Daten, rechnet auf Grund der schlechteren
wirtschaftlichen Lage in den USA und Europa mit einem Verlust
zwischen 23 und 25 Cents je Aktie. Ein Viertel der Belegschaft soll
entlassen werden.
InktomiAriba bläst Übernahme von Agile Software ab
Ariba, eine führende Internet-Firma im "Business-to-Business"-
Bereich, erschreckte die Wall Street am Montag nach Börsenschluss
mit einer Gewinnwarnung und der Absage des geplanten Kaufs der Agile
Software für 2,4 Milliarden Dollar. Außerdem wurde angekündigt, dass
mit 700 Beschäftigten ein Drittel der Belegschaft entlassen wird.
AribaTechnologieschwäche auch in Wien
Der internationale Trend machte auch vor dem Wiener Finanzplatz nicht Halt und zog die Aktien von Libro mit in die Tiefe.
Die Titel fielen um mehr als acht Prozent auf 10,42 Euro.
Telekom Austria verloren rund drei Prozent auf 5,70 Euro, die CyberTron-Werte verbilligten sich nach der Vorlage von enttäuschenden Ergebnissen am Vortag um 5,5 Prozent.
Telekom Austria: Bilanzpressekonferenz verschoben
Die TA erwartet ein negatives Jahresergebnis für 2000 von
geschätzten sieben Milliarden Schilling und hat ihre
Bilanzpressekonferenz überraschend auf Mittwoch, den 11. April
verschoben.
Telekom Austria
