Experten für Internet-Ausbau an Bibliotheken
Angesichts des Trends zu elektronischen Publikationen haben deutsche Bibliothekare in Bielefeld die verstärkte Konzentration auf das Internet in öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken gefordert.
Zum Auftakt des 91. Deutschen Bibliothekartags sagte Karl Wilhelm Neubauer, der Direktor der Universitätsbibliothek Bielefeld, die Gepflogenheiten für gedruckte Literatur müssten auch für den elektronischen Bereich gelten.
Ziel sei die "digitale Bibliothek". Bisher sind nur rund die Hälfte aller öffentlichen Bibliotheken in Deutschland an das weltweite Netz angebunden.
"Millionen müssen in das Netz investiert werden"
Bei der Entwicklung der Informations- und Wissensgesellschaft
mahnte Neubauer eine stärkere politische Unterstützung an. Den
Fachleuten müsse mehr Gehör verschafft werden. Ohne deren Hilfe
könne auch der gebildete Bürger die Masse der im Internet
angebotenen Informationen nicht bewerten. Mit Nachdruck räumte der
Direktor einer Verbesserung der Internet-Infrastruktur an den
Bibliotheken derzeit Vorrang vor einer Ausweitung des Buchbestandes
ein. "Die Millionen müssen in das Netz und nicht in den Kauf neuer
Bücher investiert werden", sagte Neubauer.
Deutscher BibliothekartagBibliotheken als "Portale zum Wissen"
An dem von drei Fachverbänden veranstalteten viertägigen Kongress unter dem Motto "Bibliotheken - Portale zum globalen Wissen" nehmen nach Auskunft der Initiatoren rund 2.300 Experten aus Deutschland und anderen Ländern teil.
Etwa 100 Firmen aus dem Bibliotheks- und Verlagsbereich sowie der Informationsindustrie präsentieren ihre Dienstleistungen in einer Ausstellung.
