UPC übernimmt Kabelkonkurrenten
Der niederländische Kabelnetzbetreiber UPC [United Pan-Europe Communications] wird die Mehrheit an dem auf dem Neuen Markt in Frankfurt und an der Nasdaq notierten Konkurrenten Primacom übernehmen.
Aufsichtsräte und Vorstände beider Firmen haben der Zusammenlegung der deutschen Kabelgeschäfte beider Gesellschaften zugestimmt, teilte Primacom heute mit.
Unter Vorbehalt der Zustimmung der Primacom-Aktionäre wird das Unternehmen durch den Zusammenschluss mit einem Kundenstamm von rund 1,6 Millionen Teilnehmern der drittgrößte Kabelnetzbetreiber in Deutschland.
Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2000 nannte Primacom konsolidierte Umsatzerlöse von 124,3 Millionen Euro nach 106 Millionen Euro im Vorjahr. Der Jahresverlust habe sich auf 64,3 von 29,3 Millionen Euro ausgeweitet.
PrimacomWachstumsoption
Entsprechend der Vereinbarung wird UPC ihre deutsche Tochtergesellschaft EWT/tss mit rund 570.000 Kabelfernsehkunden mit Primacom zusammenschließen, sagte Primacom-Chef Paul Thomason.
Zusätzlich bringe UPC ihre von der Deutschen Bank erhaltene TeleColumbus-Option, die ein Potenzial von 530.000 Kabelkunden repräsentiere, und ihre niederländische Tochter B.V Holding CAI mit rund 42.000 Kunden in den Zusammenschluss ein.
"Wir haben TeleColumbus noch nicht auf die Ausübung der Option angesprochen", sagte Thomason. Allerdings solle demnächst eine Entscheidung getroffen werden, "ob die Option sinnvoll für Primacom ist". Sollte Primacom die Option ausüben und damit weitere 530.000 Kunden erhalten, dann würde die Gesellschaft eigenen Angaben zufolge zum zweitgrößten Kabelnetzbetreiber in Deutschland hinter der Deutschen Telekom aufsteigen.
