Rekordverlust und grenzenloser Optimismus
Die Telekom-Tochter T-Online will mit mehr Inhalten und neuen Produkten ihre hohen Verluste abbauen und zum "führenden Internet-Medienhaus in Europa" aufsteigen.
Im klaren Fokus stehe dabei die Profitabilität des Unternehmens, sagte der neue Vorstandschef Thomas Holtrop zur Bilanzvorlage.
Dennoch wird der Online-Anbieter [derzeit 8,5 Millionen Kunden] auch 2001 tiefrote Zahlen schreiben. Vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen [EBITDA] könnten sich die Verluste sogar verdoppeln.
T-Online und das Zweite Deutsche Fernsehen [ZDF] haben unlängst eine strategische Content-Partnerschaft geschlossen. Bisher betreibt das ZDF seine Nachrichten-Site unter "ZDF.MSNBC" zusammen mit der Microsoft-Tochter MSN.
ZDF wechselt von Microsoft zu T-OnlineVerluste 2000 und 2001
Im vergangenen Jahr hatten neben der inzwischen eingestellten Flat Rate vor allem die ausländischen Beteiligungen auf die Ergebnisse gedrückt. So kletterten die EBITDA-Verluste auf einen Fehlbetrag von 121,7 Millionen Euro.
Der Konzernverlust lag sogar bei knapp 390 Millionen Euro. Von diesem Betrag entfiel allerdings ein großer Anteil auf Abschreibungen, unter anderem auf Firmenwerte. Den Umsatz steigerte T-Online um 83 Prozent auf 797 Millionen Euro.
Rund zwei Drittel der Ergebnisbelastungen sollen 2001 nach den Worten des Finanzvorstandes Rainer Beaujean aus dem internationalen Geschäft kommen. Hierzu gehören unter anderem die Beteiligungen Club Internet [Frankreich] und Ya.com [Spanien]. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Ergebnissituation bei unseren ausländischen Tochtergesellschaften nachhaltig zu verbessern", betonte Beaujean.
